Zusammenfassung und Info zu Reisen im Balkan – Sommer 2017

Hier beschreibe ich was wir erlebt haben und erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern erlaube mir auch einmal (politisch) unkorrekt zu sein.

Dokumente:
Alle Länder als Schweizer: Identitätskarte
Serbien, Bosnien, Albanien, Montenegro und Mazedonien: Grüne Versicherungskarte und Autopapiere zusätzlich.

Geld:
Slovenien ist in der EU und hat Euro und ist etwa gleich teuer wie Deutschland.
Kroatien ist in der EU und hat Kuna (anscheinend soll man erst an der Grenze wechseln und keine Kuna aus dem Land nehmen). Es ist vermutlich alles leicht billiger als in Deutschland.
Montenegro ist nicht in der EU, hat aber trotzdem Euros.
Albanien ist nicht in der EU, hat eigenes Geld, allerdings kann man in Euros bezahlen, besonders in Touristenorten wie Museen und dazu gehörigen Restaurants (kleine Noten und Münzen dabeihaben, es gibt selten Wechselgeld). Das Land ist recht klein und so ist es unnötig Geld zu wechseln. Wir haben nirgends Bankomaten oder Wechselstuben gesehen. Alles dünkte uns recht billig.
Serbien hat eigenes Geld, 100 Euros waren viel zu viel Geld – alles ist recht günstig und wir hatten Mühe soviel Geld auszugeben, besonders, da man im Land wenige Campingplätze findet und überall „problemlos“ sein Womo hinstellen kann. Ein Mittagessen kostet ca. 3 Euros.
Bosnien: genau das Gleiche.

Parken und freies Uebernachten:
Ab ca. 15.6. beginnt jeweils die Touristensaison. Vorher kann man fast überall gratis parken, danach wird es entweder verboten oder kostet Geld. Freies Uebernachten geht recht gut, wir hatten keine Probleme. Wenn es keine Campingplätze gibt, ist es auch bei Bauern kein Problem einen Nachtplatz zu bekommen. Wir haben nur einen VW-Bus und so ist es in der Nacht oft sehr heiss im Auto.
Entweder auf einer Bergkuppe oder nahe am Meer schlafen, da geht immer ein Wind. Kurz vor dem Einschlafen noch mit aufgedrehter Klimaanlage fahren, bis das Auto kühl ist, und dann gleich nach hinten verschwinden und Türen schliessen. Wir haben aber öfters mit offenen Türen geschlafen. Wer Angst hat, der lasse die hintere rechte Tür auf, dann kann man bei einem VW-Bus nämlich die restlichen Türen abschliessen.

Tiere:
Wir haben keine wirklich wilden Tiere gesehen. In Albanien gibt es wilde Hunde, die anscheinend nerven können. Einige Hasen sagen wir am frühen Morgen.
Schildkröten sollte man über die Strasse helfen.
Bitte keine streunenden Tiere heim nehmen, wer unbedingt eine junge Katze braucht, der frage den örtlichen Tierarzt. Spenden zum Kastrieren werden gerne entgegengenommen. Wilde Tiere können Krankheiten in die Schweiz mitbringen, die man nicht wirklich brauchen kann.
Mücken: Ja, in Wassernähe.

Essen:
Die Speisekarte ist recht einfach, quer durch alle Länder – Abgesehen von Seafood: Fastfood, Pizza und besonders Schniposaco! Schnitzel, Pommes, Salat und Cola  – fertig!  Wer lokales Essen mag, der kriegt Cevabcici oder Fleischeintopf. Als Nachspeise gibts Palatschinken (Pfannkuchen mit Eis oder Saucen) – fertig!
Wers schafft Reis zu bestellen, der bekommt sehr leckeres Reis, meist angereichert mit Gemüse. Dass das Land einmal (teilweise) zu Italien, bzw. Venedig, gehört hat, merkt man daran, dass es manchmal auch Nudeln auf die Speisekarte schaffen.
Ich muss zu den Pommes sagen, dass sie allesamt übel schmeckten, ausser an einem Ort, da waren sie Weltklasse.
Speiseeis ist oft offen zu kaufen, im italienischen Stil. Meist sehr lecker und ideal bei heissem Wetter.

Kaffee:
Man bestelle einen grossen Cappuccino, das lässt sich gut aussprechen und ist mehr oder weniger trinkbar, meist doch etwas bitter. Ich liebe türkischen Kaffee, mehr in ländlichen Gegenden zu erhalten (bitte vorgängig sagen ob mit Zucker).

Getränke:
Es gibt Wasser in Flaschen, manchmal auch in Trinkwasserqualität im Glas. Wir bekamen hie und wieder ein Cola zero. Das für uns ideale Getränk war: Limunada (frischgepresster Zitronensaft) mit etwas Wasser. Dazu ein Mineral mit Gas und etwas Süssstoff.

Sprache:
Ausser in Albanien werden slavische Dialekte gesprochen, die sich von Land zu Land nur insofern unterscheiden wie bei uns die Dialekte. Ich empfehle auf jeden Fall als Minimum die Höflichkeitsformen und Zahlen zu lernen, und die Grundnahrungsmittel. Ob Dobry, Dober dan, Dober dag (guten Tag) ist nämlich egal, man versteht euch.
Vorteil: Polen, Tschechien, Slovakei und ev. noch weitere Länder sprechen ähnliche Dialekte. (Bitte haut mich nicht, ich bin kein Sprachexperte).

Verständigung:
In Kroatien sprechen jüngere Leute ausgezeichnetes Englisch, ältere oft eher Deutsch. In Slovenien spricht man eher Englisch. In den anderen Ländern wird es schwieriger, manchmal sprechen die Leute auch noch Italienisch. An Touristenpunkten kann immer jemand Englisch oder Deutsch.

Strassen:
In Slovenien verkaufen sie eine Autobahnvignette, die man als Tourist nicht wirklich braucht, das Land ist klein. In Kroatien gilt Maut auf der Autobahn.
Die Strassen führen im Balkan ganz klar durch Täler und Schluchten, entsprechend kurvig und holprig sind sie. Grössere Womos sollen lieber die grossen Ueberlandstrecken benutzen, so welche existieren. In Serbien und Bosnien sind 50 km meist in 1 Stunde zu fahren.
Entlang der Adria gibt es die Magistrale, eine schöne Aussichtsstrecke entlang der Adria, gerne gefahren von Motorädern.

Reiseliteratur/Reiseführer:
Für Womo-Fahrer gibt es ein Buch über Slovenien (sehr gut und viele schöne Strecken), ein Buch über Kroatien und Montenegro (nur der Küste entlang) und eins über Albanien (von einem Liebhaber geschrieben). Aber über Bosnien und Serbien gab es keine Womo-Führer von diesem Verlag. Ich habe leider im Vorab die Uebersicht verloren und versäumt für Bosnien und Serbien Reiseführer zu kaufen. Im Land selber oder unterwegs habe ich kaum Brauchbares gefunden. Deshalb sind mir auch einige Nettikeiten, wie z.B. die Uvac-Schlucht in Serbien entgangen.

Reisen:
Slovenien ist recht interessant, es gibt Hunderte von Höhlen. Die Häuser sind oft sehr hübsch, besonders die Stadel.
Kroatien existiert (für Touristen) eigentlich nur an der Küste. Die Häuser sind einfach und meist neu. Man sieht viele angefangene Neubauten. Die Küste ist steinig, felsig. Jedoch werde neu überall Kiesstrände künstlich angelegt, was das Baden sehr angenehm macht. Wunderhübsch sind die Städtchen auf den Landzungen/Inseln.
Montenegro: Endlich Sandstrand!! Die Häuser sind modern, gross, langweilig. Das Hinterland ist waldig, mit schönen Schluchten.
Albanien: Wunderbare Gastfreundschaft erlebt. Die Häuser sind oft recht modern, wir meinen, wir fahren durch die Schweiz. Klar gibt es immer noch Eselskarren und ausgesprochen üble Strassen, aber die Landschaft ist von der unsrigen nicht wirklich zu unterscheiden, besonders in den Bergregionen.
Serbien: Das Gleiche. Wir erkennen keinen Unterschied zur Schweiz, der es sinnvoll machen würde hierher zu reisen (wobei wir allerdings nur den Westen gesehen haben).
Bosnien: Das Gleiche. Hier haben wir kaum Sehenswürdigkeiten gesehen. Sorry. Allerdings gibt es viele Klöster und Kirchen.
Mazedonien: Hier waren wir von einigen Jahren von Griechenland aus. Einige nette Wasserfälle, ursprüngliches Land (überall Pferdewagen und wilde Deponien), schöne römische Ausgrabungen, interessanter Berg Kokino.

Fazit: Bez. Landschaft ist nur Kroatien mit dem Meer anders als die Schweiz. Der Rest des Balkans, den wir gesehen haben, war ähnlich wie eine ländliche Region in der Schweiz.

Klar – schöne Schluchten, Höhlen, Burgen, Schlösser und Kirchen sind immer sehenswert, aber fahre ich dafür über 1000 km?

Wasser:
Trinkwasser ist fast überall, wo es Hügel gibt, ausgezeichnet. Flüster: Am Wasserhahn des Friedhofs ausserhalb der Dörfer kann man seine Wasserflasche bequem auffüllen.
Badewasser: In Serbien und Bosnien lieber nicht in Seen baden, auch lieber nicht in Flüssen. Wir haben immer wieder wilde brennende Deponien gesehen, die da rein münden.
Das Meer ist sehr durchsichtig, ausser im Norden von Albanien (hier münden die dreckigen Flüsse) extrem sauber. Allerdings Badelatschen kaufen, das Meer ist sehr belebt. Seeigel und sowas wie Seegurken und aller Arten Schnecken gibts ausserhalb der belebtesten Badestrände sofort.
In Montenegro geht es im Hinterland steil bergauf. Deshalb findet man immer wieder Wasserhähne am Strassenrand. Aber oft nicht in Trinkwasserqualität.

Souvenirs:
Meiner Meinung nach ist alles vom Touristenstand = übel.
Empfehlen kann ich Honig, Olivenöl und Weine am Strassenrand, Geklöppeltes in Slovenien. Falls ihr etwas seht, was jemand anderes 2 m weiter auch anbietet, dann lasst die Finger davon. Obst ist vom Grossmarkt und selten vom eigenen Baum (das nur, wenn dieser Bauer wirklich nur Kirschen verkauft und nicht noch 10 andere Sachen).
Oma macht keine Souvenirs im tausendstelligen Bereich.

Sauberkeit:
Man bemüht sich. Ausser den wilden Deponien in Albanien, Mazedonien, Bosnien und Serbien fanden wir die Länder recht sauber. Wenn wir in stille Orte zum Uebernachten fuhren, dann fanden wir überall jedoch entsorgte Sofas und Geräte.
Wir haben immer eine Abfallzange dabei und säubern zum Dank von Gratis-Uebernachtungen immer nach Möglichkeit den Ort.

Sicherheit:
Man hat uns gesagt, der Balkan wäre sehr sicher, ausser dass noch Minen verstreut wären.
Wir haben keine Probleme mit Dieben oder Bettlern gehabt, ausser ganz am Schluss auf einer Autobahnraststätte der Autoput, da wurden wir angebettelt.
Minenwarnungen haben wir in Bosnien gesehen, als wir etwas abseits schlafen wollten. Unsere Devise war: Wo in den letzten 10 Jahren mal jemand gegangen ist, da gehen auch wir, wo nicht, da treten wir nicht hin.

Internet:
Ich habe eine Sim-Karte von Italien, Frankreich, Deutschland und nun auch noch von Kroatien (Bei der Post, die Telekom). So konnte ich meistens ins Internet. Diese Karte kann man in ein Handy stecken und das als Wlan für den Laptop nutzen. Wer das nicht möchte, der kann sich ein Pocketgerät kaufen, das sendet, aber man kann nicht damit telefonieren. Z.B. wenn man nur eine Sim-Karte in das Handy einstecken kann.
In Campingplätzen fragt man am besten, wo der ideale Standort für Internet ist (und ob sie überhaupt welches haben).
Viele Cafés und Restaurants haben Internet (WiFi), auch wenn sie es nicht draussen angeschrieben haben. Dort kann man auch mal eine Kamerabatterie oder sonstwas mit einem Stecker aufladen. Ansonsten lieber Geräte kaufen, die man mit einer Power-Bank aufladen kann oder im Auto am Zigarettenanzünder.
Allerdings ist Wlan mit UPC-Handy und auch anderen Betreibern bald europaweit kein Problem mehr.. das ändert sich jetzt von Woche zu Woche.

3 Gedanken zu „Zusammenfassung und Info zu Reisen im Balkan – Sommer 2017

  1. regi

    Auch wenn ich nicht unbedingt so weit südlich reisen möchte: es war sehr interessant, Deinen Bericht zu lesen. Vielen Dank auch für die vielen Bilder.
    Zum sprachlichen kann ich Dir nur zustimmen, Bitte und Danke sowie ein paar Grußformeln sollten in jeder Sprache möglich sein.

    Antworten
      1. admin Artikelautor

        Kommentar von Beatrix über Facebook zum Balkan:
        Gerade habe ich mal Zeit zu schauen, wo ihr gerade herumreist, da sehe ich, dass ihr schon wieder zurück seid. Schade! Alleine warst du länger unterwegs. Über Albanien und Serbien hätte ich gern noch mehr gelesen. Und für mich als Nicht Schweizerin ist deine Einschätzung, dass diese Länder landschaftlich der Schweiz ähneln, natürlich eine wertvolle Info ! Denn dort lebt man ja viiieel billiger als bei euch! Albanien steht sowieso auf meiner Reiseliste der nächsten Jahre.

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