Ruhiger Tag. Ruhiger Tag???

Ja, dachten wir. Einfach mal gemütlich von Belo sur mer nach Manja fahren. Kann ja nicht so schwer sein. Schöne gerade Strasse durch den Wald. Beeindruckende Baobabs am Wegrand. Da sagt Andu, dass er umdrehen möchte, er glaubt auf der falschen Strasse zu sein. Habe auf maps.me kontrolliert und ja, er hat recht. Also umgedreht und weiter südwärts gefahren. Dann hält er wieder an und meint, das Rad sei platt. Also Radwechsel. Profimässig. Aber das neue Rad passt nicht. Anscheinend hat man im Depot das falsche Rad eingeladen. Diese Autos kommen ja aus einem Depot und die Fahrer bekommen je nach Gästen ein Passendes ausgehändigt. Also versucht Andu den Reifen zu flicken. Aber auch kein Flickzeug im Wagen. Toll. L. und ich wandern auf dem Strässchen einsam umher. Einsam? nicht wirklich, sondern begleitet von 1000 kleinen Mücken. Auf der ganzen Tour haben wir kein weiteres Auto gesichtet. Ich grabe in meinem Koffer und ziehe das Mückennetz, das ich damals für Schweden gekauft habe, an. Aber noch stundenlang hier warten? Muss nicht sein. Andu hat eine elektrische Pumpe und so montiert er das alte Rad wieder an und pumpt es einfach alle paar Kilometer. So nähern wir uns langsam Manja. Vielleicht 3 Kilometer vor der Stadt ist dann aber der Reifen definitiv durch. Und so rollen wir im Fussgängertempo mit dröhnenem Reifen in die Stadt ein.

Bootsbau

Wir machen heuten uns einen faulen Tag. Da habe ich mit der KI ein Rätsel gemacht. Ich solle herausfinden, was es mit den krummen Hölzern im Bootsbau auf sich hat.

Also ich hin und viele Fotos gemacht. Mein Verdacht, dass es sich um die Spanten handelt ist bestätigt. Aber sie werden äusserst raffiniert benutzt. schön gegenseitig und jeweils noch gegeneinander. Ausserdem werden sie aus Mangrovenholz gemacht, was Salzwasser abkann und sehr zäh ist.

Bootstour mit Schnorcheln

Andu hat für uns eine private Bootstour organisiert. Wir fuhren weit hinaus auf eine Sandbank. In einem traditionellen Auslegerboot. Während wir schnorcheln bereitet der Koch uns ein Essen vor. Das Wetter ist etwas düster, man befürchtet einen Sturm.

Wir haben sogar wieder einen offiziellen Guide dabei. Aber viel ist nicht zu sehen. Das Riff ist braun, zu 80% abgestorben. Aber einige nette Stellen konnte ich doch für euch fotografieren.

Das Essen war sehr lecker, aber schnell sollten wir weiter, wegen dem Wetter. Da sind vor uns doch noch eine Reihe Delfine aufgetaucht. Die haben uns Kunststücke vorgemacht, aber leider waren wir derart perplex, dass wir sie nur schlecht fotografieren konnten.

Danach gings ins nächste Hotel, dem Entremer. Wieder so eine tolle Ferienanlage. Wäre die Anreise weniger übel könnte das hier was Berühmtes werden.

Ans Meer

Wir fahren weiter in den Süden, nach Belo sur mer. Hier wollen wir noch einen zusätzlichen Tag verbringen und sind deshalb im Hotel Ecolodge. Sehr nett hier. Wir stellen uns einfach vor, dass wir 2 Ferientage geniessen können, 😁

Die Baobabs im Sonnenuntergang

Wir fahren ja wieder zurück nach Morondava. Die gleiche wellige Strasse wie vor einigen Tagen. Diesmal jedoch möchten wir die Baobabs/Affenbrotbäume gepflegt im Sonnenuntergang fotografieren. Natürlich extra für euch. Unterwegs halten wir in einem guten Hotel an und warten die Zeit ab. Dann geht’s weiter und anscheinend hatten noch andere die Idee.

Aber ehrlich… es ist einfach toll, ich hab sicher 200 Fotos geschossen. Dann noch die Silberreiher und Wasserhyazinthen und all die lieben Touristen, lach

Morgen geht’s dann noch weiter in den Süden, nach Belo sur mer.

Die tollen Strassen von Madagaskar

Was stellt ihr euch unter der Nationalstrasse 8 vor???? Irgendwas im Stil von Autobahn? In einem Land, welches so gross ist dass man Europa zur Hälfte damit zudecken könnte? Es ist ein Land, welches ganz einfach nur etwa 10 Strassen durch das Land hat und fast jede davon würde bei uns als jämmerlichster Feldweg durchgehen. Auf jeden Fall, Andu meistert alle Pfade gelassen und ohne Probleme.

Die KI meint dazu:

Du sprichst da einen extrem wichtigen Punkt gelassen aus – der Name „Nationalstraße“ täuscht völlig darüber hinweg, wie die Realität vor Ort aussieht. Wenn man an eine „Route Nationale 8“ (RN8) in einem riesigen Land wie Madagaskar denkt, haben Europäer oft das Bild einer gut ausgebauten Fernstraße oder sogar einer Autobahn im Kopf.
Die Realität der RN8 (die berühmte Strecke von Morondava nach Belo sur Tsiribihina, an der die Baobab-Allee liegt) sieht völlig anders aus:
Der Straßenzustand: Es ist im Grunde eine reine, unbefestigte Piste aus roter Erde, Sand und tiefen Schlaglöchern.
Die Infrastruktur: Brücken fehlen oft völlig. Man muss Flüsse wie den Tsiribihina auf abenteuerlichen, motorisierten Holzflößen überqueren.
Die Reisezeit: Für eine Strecke von gerade einmal 100 Kilometern braucht man in der Trockenzeit oft 4 bis 5 Stunden im hochbeinigen Allradfahrzeug (4×4). In der Regenzeit wird sie unpassierbar.
Deine Beschreibung mit dem „jämmerlichsten Feldweg“ trifft es für europäische Verhältnisse also ziemlich genau. Madagaskar hat eine Fläche, die fast so groß ist wie Frankreich und die Benelux-Staaten zusammen, aber der Großteil des Transportnetzwerks besteht aus solchen Naturpisten. Die wenigen asphaltierten Nationalstraßen (wie die RN7) sind zudem oft von tiefen Schlaglöchern (Potholes) übersät
.

Im Gegensatz dazu gibt es unterwegs vom Staat erstellte Restaurants mit Toiletten und grosszügiger Umrandung. Leider leer, unbewohnt, nicht bewirtschaftet. Unsere Raststätten waren vermutlich das Vorbild.

Guät Nacht am Sächsi. Um 6 Uhr wechselt man innert Minuten auf Nacht.

Die grosse Tsingy de Bemahara

Diese Tsingy liegt im mittleren Westen von Madagaskar. Ja, heute noch früher aufstehen. Denn zum Mittag hin wird es in den Felsen brütend heiss. Für die 17 km bis zu den Tsingy braucht man über eine Stunde. Die Strasse ist nochmals ein paar Nummern übler.

Ich habe ja 2 künstliche Knie und diesen Sommer eher wenig Bewegung gehabt. Aber es ging erstaunlich gut. Viel Klettern, auch mal durch enge Öffnungen kriechen. Denn die Tsingy betritt und verlässt man über 2 Höhlen/Grotten. Das Ganze ist ja ein Kalksteingebiet, mit noch sichtbaren Fossilien und sehr erodiert, was heisst stark ausgewaschen. Und es gibt 2 Routen, die lange und die normale. Wir haben die normale Route genommen.. Und ja, ich habs geschafft!!! Bin ich stolz. Und danach nicht mal Muskelkater.

Am Manambolo und Wanderung durch die kleine Tsingy

Heute morgen noch früher aufstehen. Es geht mit der Piroge den Fluss Manambolo hinauf und zusätzlich werden wir 2 Grotten besichtigen. Die Fahrt ist sehr idyllisch und es gefällt uns sehr gut. Wir sitzen in 2 engen Pirogen und haben eine Führerin, den Ando und einen Steuermann dabei. Die Felsen am Flussufer sind beeindruckend. An 2 Stellen hat das Wasser dann Grotten ausgehöhlt und sogar Stalaktiten gebildet. Auch sehen wir eine Nische, wie in Sulawesi, wo die Gebeine der Ahnen aufgebahrt liegen. Anstelle der Puppen dort, stellt man heutzutage Fotos der Ahnen hin.

Anschliessend machen wir mit Christine einen Bummel durch ihr Dorf. Wir sind erstaunt, wie viele Leute dort leben. Wir dürfen sogar den Hof ihrer Familie besuchen. So bekommen wir einen kleinen Einblick in das hiesige Leben. So schlecht ist das Leben nicht. Das Problem liegt einfach darin, dass man wenig Wahl hat was man aus seinem Leben machen möchte.

Am Nachmittag gehen wir dann in die kleinen Tsingy. Mein Wunsch war ja, das im Sonnenuntergang zu fotografieren. Nun… sogar die kleinen Tsingy haben mir alles abverlangt. Meine künstlichen Knie lassen mich zwar klettern, aber aus der Hocke hochkommen ohne Griff über mir ist kaum möglich.

Aber es hat sich doch gelohnt. Wir erreichten die oberste Terrasse genau zur richtigen Zeit.

Und morgen… geht es dann nochmals früher los, in die grossen Tsingy. Ich sag euch, als Tourist hat man es schwer… tiefseufz

Lemuren am Tag, Buschbrände, Fähren und wilde Fahrt

Heute Morgen gingen wir nochmals mit dem Führer in den gleichen Wald, wo wir gestern Nachmittag waren. Gestern kein Tier, heute war der Wald voller Lemuren. Die haben sicher ein Abo, seufz.

Auch einige hübsche Vögel konnten wir beobachten. Anlschiessend fuhren wir los Richtung Norden. Unterwegs sahen wir immer wieder Buschfeuer, die sich ziemlich unkontrolliert ausbreiten. Bewohner versuchten ihre Häuser zu schützen. Dieser Winter, ja, wir sind ja südlich vom Aequator, war auch hier sehr trocken.

Dann nette Unterbrechung, die Flussfahrt über den Tsiribihina. Die Fähre ist typisch. Man nimmt was man hat und es funktioniert. Im gleichen Fluss wäscht man auch oder fängt Fische. So kurz vor dem Ende eines solchen Flusses ist der nicht mehr so proper.

Dann gings weiter.. die Nationalstrasse 8 wurde zum holperigen Feldweg, man klettert über ehemalige Schlammlöcher. Wir klammern uns mit allen Vieren fest, werden aber trotzdem herumgeschleudert. Schlussendlich kommen wir an die Fähre über den Manambolo. Morgen wird es dann in die berühmten kleinen Tsingy gehen.

Kirindy, Fossa und Lemuren in der Nacht

Wir fahren neu mit unserem Chauffeur Andu. Heute geht es durch einen berühmten Baobabwald zum Trockenwald Kirindy.

Zuerst fuhren wir durch einige Dörfer. Man baut Reis, Erdnüsse und Bohnen an. Man hält Hühner und Zebus. Die Hütten sind aus Lehm und Palmstroh. Es ist heute sehr heiss, aber für die Leute noch angenehm kühl. Die Strasse wird zur Staubpiste und sehr übel. Wir fahren durch 1m tiefe Wellen. Dann kommt das Gebiet der Baobabs. Sehr beeindruckend. Der älteste Baum soll 1000 Jahre alt sein, aber es gibt auch viele junge. Hier war es einige Monate Winter, also sehr trocken, sogar viel trockener als sonst üblich. Aktuell ernten die Bauern, aber die Früchte sind noch nicht reif, deren Erntezeit ist erst in einem halben Jahr.

Dann kommen wir in der Kirindy Lodge an. Hier zuerst etwas Erholung, dann machen wir selber einen Spaziergang im Wald. Viele schöne Baobab Bäume. Zurück in der Lodge wird uns dann die berühmte Fossa gezeigt. Ein Raubtier, das es nur hier gibt. Sie komme anscheinend gerne mal vorbei. Wasser darf sie trinken, aber gefüttert wird nicht, ausser, sie kommt auf die Idee und frisst den Reis, der zum Trocknen ausgelegt ist.. Dann gehts auf zur Abendwanderung mit Führer. Da haben wir 3 berühmte Lemurenarten der Region kennengelernt. Die Tierchen nagen an der Baumrinde, trinken das Harz! Wenn man die Bäume kennt, kann man sie finden.