Am 26.8.2026 ging unsere Reise los. In der Schweiz bewunderten wir noch die Limmat aus dem Flieger, später bekamen die Flüsse exotischere Namen. Der Flug ging über Genf nach Addis Abeba und dann weiter nach Antananarivo in Madagaskar.
Die Limmat7,5 Millionen. Eindeutig bin ich Multimillionär, freuKaum angekommen fahren wir schön durch ReisfelderJunger Reis, der wird später vereinzeltDer Verkehr ist übel, Ich bewundere, wie wenig Schäden man an den Autos hat, ok, bei 10 km/hÜberall wird was gemacht. Hier wird gewaschen und Wäsche getrocknetEs gibt auch sehr ärmliche Häuser. Sogar direkt neben der Abfalldeponie. Das wird sofort verwertet.Man bemüht sich auch hier sauber zu arbeiten. Trotzdem ist gleich daneben das grösste Schlamm- und Abfallloch. Dort wird gewaschen, gefischt und Abfall schwimmt rum.Fasziniert haben mich die weiten Ziegelfelder. Da direkt daneben der Reis wächst, brennt man die Ziegelsteine mit den Spelzen vom ReisZuerst baut man mit den trockenen Lehmziegeln diese Türmchen, die man dann vermutlich mit den Spelzen füllt. Dann kommen die Ziegel drumrum und zum Schluss werden sie abgedecktGerade MittagspauseFertige Ziegelmeiler. Sie dampfen schonDirekt daneben ackert man den Reis mit den Tieren, ich sehe ZebusRiesig das Lehmgebiet.Und direkt daneben das moderne Leben mit SolarlampenTiny Houses. Oder Armenviertel… je nachdem ob man die Freiheit hat sich zu entscheidenVon Weitem sehe ich den KönigspalastAber schon sind wir wieder im dichtesten VerkehrsgewühlHolzbearbeitung, Rohre, auf der anderen Seite Motorradbuden oder jemand verkauft das, was er auf dem Abfallhaufen gefunden hat.Hier in der Nähe ist unser HotelDer Weg dorthin muss erarbeitet und erkämpft werden.
Weiter gings am nächsten Tag nach Morondava. Eine Stadt total im Westen, am Kanal nach Afrika. Wobei Kanal nicht so eng gemeint ist.
Der Fahrer holte uns um 3 Uhr früh ab und um 7 waren wir dann dort. Das Hotel ist einfach, nett und zwischen Fluss und Meer gelegen. Die Leute sind etwas weniger und recht freundlich.
Vollmond. Morgens 6 UhrVor unserem Hotel. Viele VelotaxisEin Original EinbaumDie Fischer waren nicht sehr erfolgreichKaum FangDas ruhigere ViertelDie Touristen müssen das… seufzPaste aus einem bestimmten Baum vermutlich, gegen Sonne und MückenDahinter das MeerSogar hier gibt es idyllische EckenAuch die Schweinefamilie geniesst ihr kurzes GlückDie Flut kommt, das Wasser ist gestiegen, hat den Mangrovenwald überflutet. Und diese Schiffe fahren nun den Fluss hinauf.
Mit einer Freundin von unserem Campingplatz bin ich nach Madagaskar geflogen, für 1 Monat.
Gleich am 1. Tag ging ich zum Kochkurs und L. ging die Stadt besichtigen. Mehr über unsere Hinreise werdet ihr morgen lesen können.
Mein Programm lautete so: Der Chefkoch kommt mich abholen, wir gehen auf den Markt, er fährt mich zu seinem Restaurant und wir kochen zusammen. Dann bringt er mich wieder zurück. Er führt in der Nähe vom Flugplatz das besuchenswerte Restaurant: La Fourchette. Neu bietet er auch Zimmer an. Er erinnert mich sehr an Frank Rosin.
Die Hauptstadt ist nicht Madagaskar. Die ist einfach nur schwierig. Viele Leute, viel Schmutz, viel Verkehr. Der Markt ist entsprechend übel, wenn auch sich die Leute viel Mühe geben das Beste draus zu machen.
Wir wollten das madegassische Gemüse kaufen mit Namen Jambu. Speziell interessant sind die Blütenköpfe. Man macht sich hier das Vergnügen die den Touristen zu füttern. Das Gesicht des armen Touristen entgleist dann etwas. Die Nervenenden beginnen zu flattern.
Ok, wir haben eingekauft und uns dann in den Verkehr geworfen. Die Fotos dieser Fahrt werde ich euch morgen zeigen. Das Menu für heute waren Gemüsebeignets, Reis und Pouletschenkel/Hähnchenschenkel an Kokosnusssauce. Dazu ein Dessert aus Reismehl, karamellisierten Erdnüssen und Bananen.
Fast jeder Stand wird sorgfältig bewachtDer Markt ist etwas verschachteltMan bemüht sich sehr sauber und ordentlich zu arbeiten.Das hohe grüne Büschel rechts sind eben diese ominösen BlütenpflanzenDiverse Geflügel und auch Kaninchen werden angeboten. Diskussionsbereit diese Damen oder HerrenDas Guesthouse vom ChefSein toller GartenUnd jetzt, der Chef himselfAlles perfektJa, das war jetzt mein Job. Reis zu Mehl stampfenDann Gemüse schnetzelnUnten seht ihr Pfefferkörner, die ich reiben mussteErdnüsse säubern, mahlen, karamellisieren und ein Brei damit rühren. Noch 2 Bananen dazu und dann in Bananenblätter abpackenDamit wir die kleine Küche nicht stören sind wir auf den Balkon kochen gegangenEine Kokosnuss wurde gerieben und mit heissem Wasser versetzt, dann durch ein Tuch gepresstDie Hähnchenbeine werden angebraten und mit dem Kokosnusssaft geschmortDer Dessert kommt in die Bain Marie laut Chef, wird also im Dampf gegartUnd jetzt wird Öl erhitzt und die Beignets gebratenDerweil wird drinnen fleissig gearbeitet.Die Vorspeise ist fertig. GemüsebeignetsAuch der Hauptgang ist fertig, dazu peruanische Urtomätchen aus dem GartenDer Dessert ist auch sehr gelungen. Tolles Essen!
Ja, das Essen habe ich sehr genossen. Viel Handarbeit, sehr authentisch, Material was hier täglich gegessen wird. Und ich wurde sogar gelobt, lach. Habe brav und ohne zu murren gearbeitet. Aber ich gebe zu, mein Reismehl war auch nach längerem Stampfen nicht fein genug. Das konnten die Küchenhilfen viel besser.
Sommer 2026. Es ist heiss. Und immer noch heiss. Und als es weiter heiss blieb, bin ich endlich losgefahren. Wie immer zum Grimsel. Aber dieses Jahr war dann leider die Strasse zum Oberaarsee gesperrt. So habe ich mich mit der KI beraten und fuhr weiter zum Nufenen. Und weil die Blümchenzeit schon grösstenteils vorbei war, fuhr ich weiter zur Tremola, der alten Kopfsteinpassstrasse über den Gotthardpass, die wieder eröffnet ist. Danach ging es weiter zum Sustenpass. Dort habe ich mich um den Steinsee herumgetrieben und all die umliegenden Gletscher bewundert, soweit sie noch zu sehen sind. 2009 reichte der Steingletscher noch bis zum See runter, inzwischen braucht man ein Fernrohr, seufz.
Damit mir nicht langweilig wurde, gings wieder runter durch Meiringen und über den Glaubenbergpass ins Entlebuch. Dort dem Fritz sein altes Ferienhaus bewundert. Ihm Fotos davon geschickt, denn er blieb tapfer am See und hat mich natürlich vermisst, smile.
Weiter gings über Willisau wieder zurück an den Hallwilersee. Aber… kurz nach Willisau machte ich noch eine kleine Wanderung an einen Moorweiher. Dort lernte ich eine nette Frau mit Hund kennen. Wir haben lange gesprochen…. leider ist ihr eine Tochter gestorben. Und so sassen wir dort an dem Weiher… betrachteten die Blesshühner, die auch jedes Jahr ein Kind verlieren.. und philosophierten…
Man findet, wenn man sucht. Ein schönes Blümchen, einen tollen Sonnenuntergang, neue Wege, neue Freunde… aber, man muss den ersten Schritt machen und losgehen.
GrimselpassCampen am TotenseeBeim Alpenrösli gibt es die CamperlaubnisVor allem Vans geniessen die PässeVollmond am TotenseeRunter ins Wallis, ich fahr zum NufenenpassDas Finsteraarhorn links, gleich rechts daneben das Oberaarhorn, Lauteraarhorn und Schreckhorn rechtsBlick zum Stausee, leider ist auch diese Strasse in ReparaturEine BergheuschreckeKugelige TeufelskralleBerg-Nelkenwurz, verblühtFrühlings Enzian – gefunden in kühler EckeSchnee EnzianJa, hier scheint noch der Frühling in der Luft zu liegenAm Weiher ist was los, viele Kaulquappenund ein Frosch, der mich besuchen kommtEin Grasfrosch, angepasst an Umgebung und grosse HöheKaulquappeDie Sonne geht unter….Am Bergsee auf dem NufenenpassDie Tremola, Kopfsteinstrasse zum GotthardAm GotthardSt. GotthardpassIch bin vom Gotthard der letzte PostillonAm SustenpassDer SteinseePurpur EnzianFrühstück am SteingletscherIch bin nicht die Einzige, die der Hitze entfliehtBlick zum SustenpassHoch oben… der Steingletscher, aber näher geh ich nicht mehrAm GlaubenbielpassEntlebuch, so schönWillisau, der Ringli wegenDer Moorweiher lädt ein für friedliche Gespräche
Im Frühling 2026 fuhren wir durch Südfrankreich. Besondere Ziele waren diesmal Béziers mit seinen Kanalanlagen und der Lac d’Annecy.
Am Canal du midi hatte ich mit meinem damaligen Freund ein Hausboot gemietet. der erste Tag war, sagen wir mal schwierig. Zuerst in eine sehr hohe Schleuse, dann im Kanal über eine Brücke, dann die Schleusentreppe von Fonserannes. Zu zweit eine Herausforderung.
Wir haben diesmal das Fahrrad genommen und sind in beiden Richtungen dem Kanal entlang. Sehr interessant und sehr zu empfehlen.
Bei Annecy gibt es auch einen Via verde, also eine ehemalige Bahnstrecke. Auch die sind wir hin und her gefahren. Das Wetter war traumhaft. Allerdings waren auch 10 000 weitere Personen dieser Meinung. Dann den Ausflug in die Schlucht von Fiers. Äusserst sehenswert, besonders wenns mal wirklich heiss ist. Ideal um ca. 12 Uhr, wegen Sonnenstand.
Inzwischen sind wir wieder am See. Haben unsere Arzttermine erledigt, bewundern junge Enten, Blesshühner und Schwäne. Und ich bereite mich auf mein nächstes Abenteuer vor, nämlich eine Reise nach Madagaskar. Mit L. einer Campingfreundin. Ab Ende August werden hier wieder regelmässige Berichte zu lesen sein, so der Internetgott uns Verbindung gibt 😉
Am Kanal, vor dem Campingplatz. Sehr schöne Ecke, lohnt sich auf jeden Fall.Fahrradtour am Kanal entlang. Hier noch die allerletzte Peniche. Dieses Zeitalter ist nun vorbei.Vor ca. 45 Jahren bin ich selbst auf dieser Kanalbrücke mit einem Hausboot gefahren. Erinnerungen werden wach.Die Schleusentreppe mit unten dem neuen, aber gleich wieder stillgelegten WasserliftLeider eine Totgeburt, anfällig, teuer und zu spät gebautDamals die Treppe meines Entsetzens. Als Anfänger zu zweit da hoch!Aber der Kanal bietet noch mehr. Hier eine 3er SchleuseUnd hier ein ÜberlaufsystemWeiter gings an den Lac d’Annecy. Schon in den Alpen, Schneeberge. toll gelegener CampingplatzAusflug in die Schlucht du Fier. Gleichwertig wie unsere Aareschlucht.Schöne FormationenUnd wieder zuhause. Hier unser Lager. Was habe ich gelagert? Alte Fotoalben und was zum NähenAm Hallwylersee erwarten uns kleine Entchen, die leider von Tag zu Tag weniger werden.
Langsam drehte sie den Spiess am Feuer… Das Fleisch brutzelte. Der Himmel um Eva war dunkel, allerdings im Osten erhellt durch den vollen Mond. Er schien diese Nacht mit aller Kraft – kann man das so sagen? – jedenfalls war der Osthimmel total hell, nur bei Eva war es dunkel. Was Wunder – immer bei Vollmond war sie depressiv. Besonders wenn sie müde war. Und sie war müde… Besonders war sie es müde, immer wieder von einer gewissen Person genervt zu werden.. Eva wünschte sich, dass es nicht ein Steak war, das sie brutzelte, sondere diese unangenehme Person. Vielleicht wusste diese Person gar nicht, wie unangenehm sie war, dachte wohl, sie wäre der netteste Mensch auf der Erde. Eva wollte sich nicht provozieren lassen. Aber sie wurde es müde, sich immer wieder zu ärgern.
Hinter dem Feuer war der dunkle Wald. Eva hatte keine Angst. Nicht einmal, als dort ein kleines Lichtlein zu funkeln begann. Sie knabberte vorsichtig am heissen Steak, ob es schon gar wäre. Immer wieder schaute sie aber zu dem kleinen Lichtschein hin. Weit war er nicht entfernt, aber ganz klein. Als sie das Steak gegessen hatte, spülte sie es mit einigen Schlucken selbstgemachtem Eistee herunter und stand dann auf.
Vorsichtig näherte sie sich dem Licht. Unter einem grossen Baum sah sie eine kleine Höhle. Aus dieser Höhle schien das Licht. Von weitem sah es aus, als ob der Eingang zur Höhle nicht grösser sei als Eva s Handfläche. Aber je näher sie ging, desto grösser wurde es und als sie davor stand, konnte sie in die Höhle hineingehen. War sie kleiner geworden oder die Höhle grösser? Wer kann das wissen….
Schon bald ging es viele Stufen hinab. Immer tiefer kam Eva und immer heller wurde der Schein, obwohl Eva keine eigentliche Lichtquelle ausmachen konnte. Die Luft glimmte einfach. Irgendwie war es hell. Eine Wand konnte sie auch nicht ausmachen, denn ausserhalb des Lichtes war einfach Dunkelheit.
Eva hatte keine Angst. Sie wusste auch nicht wieso, ev. weil sie so schlechte Laune hatte, dass ihr alles andere egal war. Müde und wenig neugierig stieg sie weiter die Treppe hinunter. Endlich hörte die Treppe auf und der Boden wurde eben. Jetzt wusste sie nicht mehr in welche Richtung sie gehen sollte, um sie war es einfach hell. So setzte sie sich nieder, auf den Boden. Der Boden war von einer seltsamen Machart. Hart und glänzend, aber nicht kalt, sondern angenehm warm. So sass sie da, in ihrer Lichtergloriole. Ausserhalb des Lichtscheins spürte sie plötzlich ein anderes Wesen. Dunkel schien es, als ob es das Licht schluckte. Eva sah hoch, denn das Wesen war grösser als sie. Irgendwie riesig. Sie neigte den Kopf nach oben, und fühlte mehr als sie sah, dass es ein riesiger Mann war. Mit langen blonden Locken und vielen, aber einfachen und altertümlichen Kleidern.
Instinktiv wusste sie, dass er Peter hiess. Traurig schaute sie zu ihm hoch. Langsam bückte er sich und nahm sie in die Arme. Licht und Dunkel mischten sich. Sie lehnte sich an ihn. Seine Kleider rochen erdig.
Aller Kummer und alle Kränkungen verblassten. Sie fühlte einfach nur noch Zufriedenheit und Wärme. Peter sprach kein Wort, auch konnte sie nie genauer in sein Gesicht sehen. Trotzdem blieb sie bei ihm während langer Jahre. In seiner unterirdischen Welt gab es viele Flüsse und Bäche. Das Wasser hatte eine eigenartig ölige Konsistenz. Eigentlich gab es nur das Wasser und den harten, warmen Boden. Für ihre Flussfahrten benutzten sie eine Schale, länglich und oval, die einfach so über das Wasser glitt. Peter stiess mit einer Art Paddel ins Wasser, und die Schale bewegte sich vorwärts… War er der Fährmann im Hades? Um Eva blieb der Lichtschein, so dass sie sich nie fürchtete. Sie sass im Bug des Bootes, während Peter zum Rudern stand. Leicht, traumartig fuhren sie durch unterirdische Gänge und Höhlen, obwohl man die Wände nie sah. Trotzdem fühlte man ihre Anwesenheit.
Nach langen Jahren sah Eva wieder einen anderen Lichtschein als den ihren. Vorne glitzerte etwas. Plötzlich sah sie Gestalten am Ufer. Ungesehen, aber nicht unbemerkt glitten Eva und Peter vorbei.
Die Person, die Eva genervt hatte, war darunter und auch andere, die ihr Mühe bereitet hatten. Eva bemerkte, dass die Gestalten sich nicht wohl fühlten, dass sie Angst hatten, wenn sie und Peter vorbeiglitten – ja, dass die Gestalten in Panik ausbrachen. Ein seltsam schauerliches Geheul stiessen sie aus, wenn sie Eva s Anwesenheit erkannten. Eva fühlte sich nicht als Sieger, sondern wusste einfach, dass es sich nicht bezahlt macht, andere zu ärgern oder zu hassen.
Weiter glitten sie dem grossen Glitzern entgegen. Je näher sie kamen, desto genauer konnte Eva erkennen, dass es sich um einen Schatz handelte.
Beim grossen Schatz angekommen, wandte Peter sich Eva zu. Er nahm ihr Kinn in seine Hand und hob ihren Kopf zu sich hoch. Endlich sprach er – nach all diesen langen Jahren: Eva, sagte er, mit dunkler fast nur gehauchter Stimme, du darfst dir aus diesem Schatz etwas aussuchen.
Eva schaute zum Schatz hin und jetzt konnte ihr Blick Details erfassen. Sie sah wunderschöne Geschmeide, Becher und Gebrauchsgegenstände – alles von reinstem Golde und aufs feinste verziert mit Perlen und Edelsteinen. Filigrane und massive Teile.
Eva jedoch griff nach hinten und nahm die Hand von Peter. Peter, sagte sie, komm du mit mir….
Das Geschmeide verblasste und Eva’s Licht auch. Dunkel wurde es um sie herum, am Horizont ging der Mond unter. Die langen Locken von Peter flossen wie Wasser an ihm herunter, seine Kleider verwelkten und das Feuer verzehrte die gefallenen Stücke, wie Blätter.
Peter sass jetzt in leichten Nebel gehüllt neben ihr und war nicht mehr das Dunkel, sondern jetzt eine Nebelfigur, leicht wabernd und wehend.
Eva hatte immer noch keine Angst. Sie nahm wieder seine Hand und drückte sie ganz fest. Da verfestigte sich die Nebelgestalt und wurde zu einem Menschen. Ihre Körper drückten sich aneinander, und lange standen sie so, zusammen und sich fühlend. Langsam ging jetzt die Sonne am Horizont auf, im Osten, da wo in der Nacht noch der Mond wie eine grosse Laterne gehangen hatte. Eva wandte sich um. Endlich sah sie in sein Gesicht. Aber jetzt war es ihr egal, wie er aussah, denn ihre Seelen gehörten zusammen, und ihre Herzen verstanden sich.
Die Familie sass am Tisch und redete über dies und das. Eva sass still daneben und kam eigentlich nicht zu Wort. Sie wollte es wohl auch nicht. Denn es wurde über New York gesprochen. Über die Katastrophe beim World Trade Center. Wild gestikulierte die Mutter. Was die Moslems und überhaupt alle Ausländer für ein Saupack seinen. Der Vater stiess ins gleiche Horn. Auch er fand die Moslems faul, kriegshetzerisch und geldgierig. Wollten immer als Asylanten in die Schweiz kommen und hier die hohle Hand machen.
Eva hatte genug von dem Stuss. Man konnte doch nicht alle Menschen in den gleichen Topf werfen. Und wenn ein Volk halt auch seit Jahrhunderten nichts als den Islam kannte und ihn zu seinen Zwecken ausgelegt hatte, so war das zwar mühsam, aber eventuell würden diese Menschen in den nächsten Jahrhunderten doch mal eine andere Anschauungsweise kennenlernen, oder zivilisierter werden. Wir hatten in Europa ja auch eine Zeit der Glaubenskriege, der Inquisition. Jetzt sind halt die Moslems dran. Und später wird eine andere Religion oder ein anderes Volk so weit sein… Sicher ist es unangenehm, dass so viele Leute sterben mussten – aber wie viele Hexen haben wir damals verbrannt?
Eva träumte vor sich hin. Peter war ein Freund der Familie und kannte Eva bis jetzt noch nicht. Da sie nichts sagte, beachtete er sie nicht weiter.
Das Gespräch kam auf andere Dinge, und plötzlich standen alle auf und gingen in die hintere Stube, um einen Gegenstand näher zu betrachten, von dem eben die Rede gewesen war.
Peter und Eva blieben alleine zurück. Peter wusste nicht, was er zu Eva sagen wollte, und fragte sie deshalb nach ihrem Wohnort. Eva sagte nur, dass sie in Heimhausen wohnte. Da erinnerte sich Peter, dass in Heimhausen ein Dichter wohnte, den er sehr für seinen schwarzen Humor schätzt. Im Internet hatte er dessen Geschichten gelesen und war jetzt wild entschlossen, den Autor mal persönlich kennenzulernen. Davon erzählte er Eva des langem und breiten und fragte sie, ob sie denn den Autor kenne. Eva hatte bei dem ganzen Monolog nur leise gelächelt und geschwiegen… Kaum mal eine Frage eingeworfen.
Da kam die Familie wieder zurück, und die Schwester von Eva hörte den letzten Satz und fuhr Eva an: Red doch nicht immer vom Computer und dem blöden Internet – wir haben die Nase voll davon und jetzt musst du sicher nicht unseren Besuch auch noch damit belästigen!
Eva wollte etwas sagen, aber Peter winkte ab und meinte, dass sie jetzt doch besser über etwas anderes sprächen.
Kurz darauf verabschiedete sich Eva und fuhr nach Hause.
Später erinnerte sich Peter an den Satz der Schwester und sprach sie darauf an: Was denn Eva mit Computern zu tun habe? Die Schwester sagte, dass die Eva auf dem Internet eine Website hätte und ihnen immer den Kopf voll schwatze damit. Letzthin hätte sie sogar begonnen, Geschichten mit schwarzem Humor zu schreiben. Peter starrte die Schwester an und langsam dämmerte es ihm ……
Beide sassen in einem Boot. Eva und Peter. Es war ein schöner, noch recht warmer Herbsttag. Eva hatte Peter im Geschäft angerufen und ihn gebeten, sich doch den Nachmittag freizunehmen. Peter war, etwas unwillig zuerst, dem Vorschlag gefolgt und so sassen sie jetzt zusammen in dem Boot auf der Reuss. Bei Perlen hatten sie eingewassert. Der Wasserstand war recht niedrig, und sie mussten aufpassen, dass das Boot nicht über die Steine schrammte. Eva sass vorne und musste aufpassen, Peter sass hinten und steuerte. Das Wasser stank etwas, jedoch die Herbstlandschaft war herrlich. Leise plätscherte das Wasser, langsam das Gespräch. Man kam von Hundertsten ins Tausendste. Als das Wasser, nach dem Zusammenfluss mit dem Kanal von Perlen, tiefer wurde, sahen sie dicke Fische schwimmen. Am Ufer standen auch einige Fischer. Idyllisch war es….. Immer weiter fuhren sie… Die Sonne versank langsam hinter den hohen Uferbäumen. Es wurde kühler und ein leichter Wind kam auf. Das Wasser wurde immer tiefer. Es glitzerte um sie her. Eva war etwas unruhig. Auf Google Earth hatte sie eine Stelle auf der Karte gesehen, wo eine Stelle der Reuss weiss abgebildet war. Das hiess normalerweise, dass dort starke Wellenbildung war. Als sie aber das letzte Mal da runter gefahren war, war ihr nichts besonderes aufgefallen. Das Boot hatte keine hohen Seitenwände, und so kam beim geringsten Wellengang Wasser über die Bordwand. Das Wasser wurde schneller. Immer schneller. Mit Mühe meisterten sie eine enge Kurve. Schon wollten sie ausbooten, denn sie hatten nun Angst bekommen. Aber, kaum waren sie um die Ecke gebogen, sahen sie, dass das Wasser spiegelglatt war, jedoch immer noch schneller floss. Das Boot lag jetzt tiefer im Wasser. Immer tiefer. Ohne dass Eva und Peter nass wurden. Das Boot sank immer tiefer… Das Wasser berührte die beiden nicht, sondern sie sanken, wie in einer Wasserglocke, immer tiefer, über sich sahen sie den Wasserspiegel und die letzten Strahlen der Sonne. Jetzt glitt das Boot wieder direkt über die Steine, ohne sie aber zu berühren. Die Fische schwammen jetzt auf beiden Seiten des Bootes dahin und glotzen nur blöde. Die Beiden hielten den Atem an und wagten nicht mehr das Paddel zu bewegen. Wie im Traum glitten sie dahin. Das Wasser blieb hell und ein seltsamer Schein leuchtete. Über Stunden trieben sie dahin. Langsamer wurde die Fahrt. Sie mussten jetzt nahe an Bremgarten sein. Da… plötzlich tauchte vor ihnen das Kraftwerk auf und ein grosses Loch sog alles Wasser in sich hinein….. auch das Boot….
Schlimm? ok, dann lesen Sie nochmals….
Beide sassen in einem Boot. Eva und Peter. Es war ein schöner, noch recht warmer Herbsttag. Eva hatte Peter im Geschäft angerufen und ihn gebeten, sich doch den Nachmittag freizunehmen. Peter war, etwas unwillig zuerst, dem Vorschlag gefolgt und so sassen sie jetzt zusammen in dem Boot auf der Reuss. Bei Perlen hatten sie eingewassert. Der Wasserstand war recht niedrig, und sie mussten aufpassen, dass das Boot nicht über die Steine schrammte. Eva sass vorne und musste aufpassen, Peter sass hinten und steuerte. Das Wasser stank etwas, jedoch die Herbstlandschaft war herrlich. Leise plätscherte das Wasser, langsam das Gespräch. Man kam von Hundertsten ins Tausendste. Als das Wasser, nach dem Zusammenfluss mit dem Kanal von Perlen, tiefer wurde, sahen sie dicke Fische schwimmen. Am Ufer standen auch einige Fischer. Idyllisch war es….. Immer weiter fuhren sie… Die Sonne versank langsam hinter den hohen Uferbäumen. Es wurde kühler und ein leichter Wind kam auf. Das Wasser wurde immer tiefer. Es glitzerte um sie her. Eva war etwas unruhig. Auf Google Earth hatte sie eine Stelle auf der Karte gesehen, wo eine Stelle der Reuss weiss abgebildet war. Das hiess normalerweise, dass dort starke Wellenbildung war. Als sie aber das letzte Mal da runter gefahren war, war ihr nichts besonderes aufgefallen. Das Boot hatte keine hohen Seitenwände, und so kam beim geringsten Wellengang Wasser über die Bordwand. Das Wasser wurde schneller. Immer schneller. Mit Mühe meisterten sie eine enge Kurve. Schon wollten sie ausbooten, denn sie hatten nun Angst bekommen. Aber, kaum waren sie um die Ecke gebogen, sahen sie, dass das Wasser spiegelglatt war, jedoch immer noch schneller floss. Das Boot lag jetzt tiefer im Wasser. Immer tiefer. Ohne dass Eva und Peter nass wurden. Das Boot sank immer tiefer… Das Wasser berührte die beiden nicht, sondern sie sanken, wie in einer Wasserglocke, immer tiefer, über sich sahen sie den Wasserspiegel und die letzten Strahlen der Sonne. Jetzt glitt das Boot wieder direkt über die Steine, ohne sie aber zu berühren. Die Fische schwammen jetzt auf beiden Seiten des Bootes dahin und glotzen nur blöde. Die Beiden hielten den Atem an und wagten nicht mehr das Paddel zu bewegen. Wie im Traum glitten sie dahin. Das Wasser blieb hell und ein seltsamer Schein leuchtete. Über Stunden trieben sie dahin. Da wurde das Wasser um sie her weiter. Langsam und langsamer glitten Eva und Peter durch eine Unterwasserstadt. Gläsern, durchsichtig, einsam. Ohne Menschen…nur ein paar gläserne Fische – die allerdings in leuchtenden Farben. Eva schaute zurück zu Peter. Und sah, dass auch er durchsichtig war, leuchtend, mit einem sanften Strahlen. Da wusste sie, dass sie auch gleich aussah. Aber ihr langes Haar schwebte grünlich und weich im Wasser. Sie stiegen aus und betraten ein besonders schönes Haus. Da hob sich das Haus empor…. stieg immer höher und schliesslich tauchte es aus dem Wasser, stieg aber immer weiter in den Himmel empor, durch die Wolken. Das Strahlen der beiden hatte sich verstärkt und wurde so intensiv, dass die Menschen unten im Land zum Himmel emporschauten und den neuen Stern bewunderten. Die Gelehrten gerieten in Streit, wer den neuen Stern zuerst gesehen hatte und woher er denn gekommen sei. Aber mit jedem bösen Wort wurde der Stern blasser, so dass die Menschen angstvoll hochblickten und sich immer grössere Mühe gaben, gute Gedanken zu haben und nur noch liebe Worte zu sprechen. Da wurde das Strahlen immer intensiver und der Stern immer heller, so dass eine neue Sonne am Himmel stand. Diese Sonne war zwar etwas grünlich, aber, da die Menschen immer besser wurden, gedieh auf der Erde immer mehr Wald und anderes Grün, und so passte der grünliche Schein bestens. Irgendwie hatten die Menschen ein Gefühl, als wäre Wasser um sie herum, und sie begannen selber gläsern zu werden und strahlten einen leichten Lichtschein aus…….
Tief, lang war der Weg in den Abgrund. Die Kacheln an den Wänden waren die gleichen wie die vor 30 Jahren. Sogar die Strassenmusikanten durften wieder in der „Underground“ spielen. Die eigentlich tristen Gänge waren wieder erfüllt von Musik, von Gefühl. Eva fuhr mit der Piccadilly Line, der blauen Linie. Durch kleine, schmutzige Bahnhöfe, in die auch kurz mal Tageslicht schien. „Gloucester Road“ war besonders schön; ein Künstler stellte dort seine Werke aus.
Peter war eine Station früher eingestiegen als Eva, und ihm war die Frau gleich aufgefallen, als sie sich ihm gegenüber setzte. Deshalb folgte er ihr auch, als sie am Earl’s Court ausstieg und auf eine andere Linie umstieg. Treppauf, treppab. Wieder setzte Peter sich der interessanten Frau gegenüber, ohne ein Wort zu sagen, oder ihr direkt in die Augen zu schauen. Er lächelte sie nur leicht an. Eva wurde unruhig.
Einige Bahnhöfe weiter, die meisten Leute waren jetzt schon ausgestiegen, verliess sie schnell und kurz vor Türschliessen den Zug. Zufrieden bemerkte sie, dass es dem Mann nicht mehr gelungen war, ihr zu folgen. Sie überquerte den Bahnsteig und betrat den eben einfahrenden Zug. Als sie sich setzte, sah sie direkt in die Augen von Peter. Er sass ihr gegenüber, als wären sie im vorherigen Zug. Erschreckt schloss sie die Augen. Langsam und vorsichtig öffnete sie sie einen Spalt weit. Deutlich sah sie sein freundliches, etwas zutrauliches Lächeln.
Im nächsten Bahnhof drängte sie sich gleich durch die wartenden Leute und hetzte durch die Gänge. Hinter einem Automaten versteckt wartete sie dann, ob er ihr folge. Aber nein, sie hatte ihn abgeschüttelt. Erleichtert betrat sie die nächste Plattform (Bahnsteig). Da, rechts neben ihr stand Peter. Sie schrie auf. Er schaute sie leise lächelnd an und sagte nichts. Der Zug wurde angekündigt. Kalte Luft wehte über den Bahnsteig, und schon erklang das tiefe Grollen aus dem Tunnel. Schnell näherte sich der Zug.
Im letzten Moment schoss ihre Hand vor, und gab Peter einen Stoss. Peter fiel direkt vor den Zug. Als sich die Türen öffneten, stieg sie ruhig und gefasst ein. Eva setzte sich – und sah direkt in Peter s Augen. Er sass ihr gegenüber und lächelte. Quer über der Brust war sein T-Shirt etwas schmutzig. Bei der nächsten Station stand er auf und nahm Eva bei der Hand. Willenlos folgte sie ihm. In seinem Haus angekommen, führte er sie zum kleinen Turm an der Rückseite und kettete sie im Turmzimmer an. Dort lebte sie die nächsten 100 Jahre das Leben einer Sklavin.
Der alte Mann sass am Fluss und weinte. Ganz langsam tropften seine Tränen ins Wasser und vermischten sich mit dem brackigen Wasser… Vor ihm, auf dem leicht gekräuselten Wasser schwamm ein altes Faltboot. Als er noch jung war, hatte er zusammen mit Eva dieses Boot gekauft. Peter ist jetzt 80 Jahre alt. Also hatte ihn dieses Boot durch 60 lange und mehr oder weniger glückliche Jahre begleitet. Jetzt konnte er nicht mehr damit fahren. Sein Enkel hatte es noch ein letztes Mal zusammengebaut. Dabei war wieder eine Sente gebrochen, und beim verzogenen Spant konnte man auch nicht mehr viel machen. Eva hatte einige Risse genäht, und Peter hatte es jedes Jahr gründlich gereinigt, mit Bootsmilch die Gummihaut gepflegt und mit Talk eingepudert. Wie ein Kinderfudi. Er muss ein wenig lächeln bei dem Gedanken. Das ehemals blaue Oberdeck ist ausgebleicht, leider auch vielmals geflickt und die Unterhaut total versteift. Die letzte Fahrt fürs Boot und Peter. Der grosse Fluss ist fast an seinem Ende. Man sieht hinter den Bäumen der Biegung schon die Mündung und dann das weite Meer. Der Schwamm saugt sich immer wieder voll in dem undichten Boot. Die letzte Reise. Nachdenklich schaut der alte Mann in die Ferne. Eva ist im letzten Winter gestorben. Einfach am Morgen nicht mehr aufgewacht. Seither ist das Leben für Peter schwer geworden. Wie Gewichte ziehen die einzelnen Tage an ihm. Er schubst mit dem Fuss das Boot an. Es schaukelt leicht. Behende steht Peter plötzlich auf und klettert etwas steif ins Boot. Das Wasser, dass sich schon wieder im Boot angesammelt hat, interessiert ihn nicht mehr. Energisch greift er zum Paddel und stösst vom Land ab. Seine Tränen sind getrocknet. Leise gleitet das alte Faltboot mit den alten Mann durch den grossen Fluss. Sie sind alleine, die Sonne versinkt am Horizont, scheint Peter genau in die Augen. Er paddelt durch die Mündung in den Sonnenuntergang. Das Faltboot scheint in der Sonne zu verschwinden. Kleiner wird es und kleiner… Als die Sonne untergegangen ist, kann man den kleinen Punkt am Horizont nur noch mit dem Fernglas wahrnehmen. Und dann ist auch dieser Punkt verschwunden …
Eva freute sich schon auf die Hängematte. Immer wenn sie in der Schweiz am See war stellen Peter und Eva die Hängematte auf und Eva genoss die ersten faulen Tage der Frühlingsmüdigkeit darin. Sie schaukelte sachte hin und her. Die Wolken zogen wie grosse Schlachtschiffe am blauen Himmel dahin und unten lag Eva in der beigen Hängematte und schaukelte mit. Eine Wolke hatte eine besonders interessante Form. Eva schaute gebannt hin und wunderte sich, war es ein Segelschiff oder eher ein Flugzeug? Die Fransen der Hängematte hingen zu beiden Seiten herunter… sie bewegten sich leicht im Wind. Eva fielen die Augen zu und sie schlief ein. Als sie wieder wach wurde weil es auf einmal sehr kühl und klamm war, fühlte sie ein Ziehen an den Zotteln der Fransen, wie von kleinen Fäustchen. Verwundert schaute sie um sich. Die Hängematte lag in tiefem Nebel, die Luft wurde immer feuchter und an den Zotteln der Fransen hingen kleine glühende Bälle, wie kleine Laternchen. Sie bekam Angst, dass die Hängematte in Flammen aufgehen würde und versuchte die Bällchen zu verscheuchen. Als sie genauer hinsah, sah sie leuchtende kleine Augen in den Bällen die sie fröhlich angrinsten. Inzwischen hing die Hängematte auch nicht mehr am Ständer, sondern wurde von den kleinen Leuchtbällchen getragen. Sie schwebte im Nebel und in einem diffusen Lichtschein, den die Bällchen verströmten. Unsicher schaute sie über den Rand der Hängematte hinunter und wirklich, da war nicht mehr die flache grüne Wiese, da war nur weiterer Nebel. Sie musste erkennen, dass sie nicht wirklich im Nebel schwebte, sondern hoch oben im Himmel direkt in einer fetten Wolke. Plötzlich hörte sie Stimmen. Keifende, ärgerliche Stimmen. Die Wetterhexe tauchte vor ihr auf, auf einem Reisigbesen reitend und mit einem dicken wolkigen Mann streitend. Die Figur des Mannes waberte im leichten Wind. Er versuchte begütigend auf die Hexe einzuwirken. Die jedoch wollte ihre Leuchtbällchen wiederhaben und begann an der Hängematte zu ziehen. Immer mehr der Bällchen liessen los und die Hängematte wurde zum Hängesitz. Eva klammerte sich verzweifelt an das Tuch und fühlte, wie die Matte immer tiefer sank, aus der Wolke auftauchte und jetzt hoch oben am Himmel im Leeren hing. Als nur noch 4 Bällchen den letzten Teil der Hängematte hielten, spürte sie weiche Arme sie umfassen und sie fest an sich zu ziehen. Je stärker die Arme zogen und hielten, desto feuchter wurde es. Und sie spürte, wie sie zu tropfen begann. Die Füsse tropften… und weg waren sie, die Beine tropften, der Unterkörper… der ganze Körper tropfte weg. Einzig ein kleines rotes Steinchen in Herzform hing noch in den Wolkenarmen am Himmel. Unten auf der Wiese stand Peter fassungslos vor dem leeren Hängemattengestell und räumte schnell die Schirme weg, denn diese eine schiffgleiche Wolke am Himmel regnete genau auf seine Sonnenschirme. Und gerade als die Sonne wiederkam, machte es Plong und direkt neben Peter fiel ein kleiner roter herzförmiger Stein in die Wiese. Er war noch ganz warm als Peter ihn aufhob und in seine Hosentasche steckte. Seither trägt er den Stein mit sich herum.