Nur nicht aufgeben… nicht schwächeln.. und auf nach Oplontis

Weil mir ein elektrisches Teil gefehlt hat, ging ich in die Altstadt und sah dort Touren zur Amalfiküste ausgeschrieben. Kurzerhand buchte ich für morgen also eine Hammelherdentour. Erfreulicherweise mit Kleinbus, da grosse Busse dort sowiso nicht durchpassen.

Nun musste ich die verbleibende Zeit ausnutzen.
Als Erstes besuchte ich das Museum. Hier sah ich endlich eines dieser verkohlten Brote. Neben dem Museum war dann ein ausgegrabenes Gehöft. Ihr werdet mir sicher zustimmen, dass die heutzutage noch genau so aussehen.

Dann war ich doch wieder unternehmungslustig geworden, und da ich nun einmal schon hier bin, wollte ich doch Oplontis besuchen, denn ich war neugierig, was denn nun daran noch Neues zu sehen sei, ausserdem hatten die im Museum sehr schöne Fotos von sehr farbigen Wänden. (Hach, da habe ich aber viele Kommata in diesem Satz untergebracht!)
Ich fuhr also hin und fand sogar einen Parkplatz (und parkte ein, unter den amüsierten Blicken der Anwohner – ja, beim Parken ist das Auto auf einmal riesig!)

Oplontis ist eine Villa. Es ist eine Villa mit Bad und einem riesigen Schwimmbecken. Und gehörte anscheinend zur kaiserlichen Familie, denn es wurde immer grössenwahnsinniger gebaut. Saal um Saal wurde angefügt. Und wenn mal einige Gebäude nicht direkt zusammen kamen, hat man gleich dazwischen kleine Innengärten angelegt. Zum Schluss wirkt das Ganze wie das Schloss Versailles, Zimmer geht in Zimmer über. Mit internen Fenstern zu den Innengärten. Und die meisten Zimmer waren sehr farbig und exquisit bemalt. Man war hier immer noch dabei die Schäden vom Erdbeben auszubessern. Aber man baute auch gleich neu weiter, meine ich gelesen zu haben.
Auch hier waren Fensterläden zu sehen. Ich merke jetzt aber, dass das nicht wirkliches Holz ist, sondern auch wieder mit Gips ausgegossene Hohlräume. Einmal sieht man einen Rest eines Holzbalkens (verkohlt, wegen der grossen Hitze.

Und um mir eine Freude zu machen sieht man hier auch eine Gemeinschaftslatrine – die Sitze waren wohl aus Holz. Daneben gibt es noch eine Einzellatrine. Das grosse Becken enthielt Wasser um zu spülen. Wie war das mit dem Spruch? Ich gehe dahin, wo auch der Kaiser zu Fuss hingehen muss? Hier war er sicherlich (Nero vermutlich)… Ob er das private Klo bekam oder ob die Sklaven sich dort hinbegeben mussten?

Heute ist, wie gestern, der Vesuv wieder in den Wolken. Ich habe das ganz richtig gemacht mit dem Besuch vorgestern. Aber da ich jetzt noch etwas Zeit habe, ruhe ich mich am Vesuv etwas aus, bin in die Obstgärten hochgefahren und geniesse jetzt etwas die Ruhe. Obst kaufen ist immer noch nicht, das Zeugs ist ungeniessbar oder vom langen Regen verdorben.

So, inzwischen habe ich zu Nacht gegessen. Dazu muss ich sagen, das Essen ist hier immer etwas ähnlich. Wenn man kein Pastafan ist, wirds langsam schwierig. Und als ich so im Geiste diese Zeilen schrieb (ich bin immer unterwegs am Texte murmeln – muss mir mal ein Dictaphon-App installieren), wurde mir in einer ganz normalen Gaststätte mit Standard-Essen, ein wunderbares erster Klasse Dessert angeboten!!!  Torta da ricotta con pere, also ein cremiges Törchen mit kandierten Birnen. –>Pompeji, Piazza Anfiteatro, Restaurant Corallo – hinten wo die Busse wenden. Die Köchin/Besitzerin ist aus Sorrent und hat noch ein weiteres Dessert mit Limonen auf Lager, welches ich nicht mehr getestet habe. Dann hatte sie eigen gemachten Fenchellikör und Limonocello. Der Fenchellikör hat mir besser geschmeckt.
Nachtrag: Habe am nächsten Tag noch einmal an der Amalfiküste so ein Dessert probiert, es war hier nur mittelmässig. Das Familienrezept ist also schon speziell.

Ihr seht, ich fühle mich absolut nicht alleine, komme immer wieder mit Leuten in Kontakt und wenn nicht, dann halt eben nicht, mir ist es so alleine erstaunlich wohl.

2 Gedanken zu „Nur nicht aufgeben… nicht schwächeln.. und auf nach Oplontis

  1. regi

    Liebe „restless rose“, es macht Freude, Deinen Bericht zu lesen.
    Ich werde sicher nicht in den Süden reisen, da ich eher die kühlen Berge mag,
    aber die Bilder und Deinen Text dazu….das ist fast wie dabeigewesen zu sein!
    Hab noch viele schöne Erlebnisse, kleine Begegnungen am Rande, nette Gespräche und kulinarische Genüsse, ich freu mich auf weitere Notizen in Deinem Blog.
    🙂

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  2. gisela

    Es ist schön, mit dir unterwegs zu sein! Es gibt viel zu sehen… Und das Wetter soll warm und sonnig werden: die Wetterfrösche im deutschen Fernsehen erzählen was von Strömungen aus der Sahara.
    Weiterhin gute Reise und viel Spaß!

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