{"id":162,"date":"2015-12-02T00:15:23","date_gmt":"2015-12-02T00:15:23","guid":{"rendered":"http:\/\/ramblingrose.ch\/?p=162"},"modified":"2015-12-20T21:40:22","modified_gmt":"2015-12-20T21:40:22","slug":"mexiko-honduras-1978","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ramblingrose.ch\/?p=162","title":{"rendered":"Mexikanische N\u00e4chte und Weihnachten in Honduras 1978"},"content":{"rendered":"<p>Im Nachtbus fuhr ich dann nach Mexiko-City. Ich habe also gar nichts von Nord-Mexiko gesehen. Ich habe auch nie etwas aus dem Norden gegessen.<\/p>\n<p>In Mexiko-City angekommen musste ich noch 2 Tage auf meine Freundin warten. Das Treffen gelang dann problemlos. Wie immer wurden wir auch von vielen einheimischen Gigolos belagert, die uns &#8222;die Gegend zeigen wollten&#8220;. \u00a0Einmal machten wir das mit. Das war sehr stressig. Denn die Herren hatten immer Probleme. Einmal brauchte das Auto was zu trinken, dann die Herren. Bier, oder was St\u00e4rkeres. Immer brauchten sie was. Am Abend versuchten sie uns mit Tequilla und anderem abzuf\u00fcllen. Darauf hin beschlossen wir diese &#8222;grossz\u00fcgigen&#8220; Angebote von da an ausser Acht zu lassen und auf eigene Faust zu reisen. Es kam uns billiger.<\/p>\n<p>Mexiko ist eigentlich mein absolutes Lieblingsreiseland. Viele Pyramiden und Museen. Viele wundersch\u00f6ne Str\u00e4nde und viele M\u00e4rkte. Dann viele Zenotes (Karstseen) und eine wundersch\u00f6ne Landschaft und sehr nette Menschen. Dann leckeres Essen und alles in relativ kurzer Distanz. Wir sind 2 Monate geblieben.<\/p>\n<p>Einmal hatten wir eine Woche am Strand des Pazifik verbracht. Die Einheimischen hatten uns erz\u00e4hlt, dass in der Nacht die Schildkr\u00f6ten ihre Eier ablegen. In der Dorfbar sah man auch auf der Theke kleine Schalen mit Eiern liegen. Wir liessen uns also am Abend von 2 jungen Herren den Ort zeigen wo die Schildkr\u00f6ten jeweils zu sehen seien. Der Strand war wundersch\u00f6n weiss und das Meer glitzerte blau schimmernd von Meeresleuchten (kleine fluoreszierende Wesen im Wasser). Leider kamen keine Schildkr\u00f6ten. Und wir mussten uns mal wieder die Herren vom Leibe halten. An n\u00e4chsten Tag zeigten sie uns wie man in einer Lagune Garnelen fischte. Dazu standen sie h\u00fcfttief ins Wasser. Sie warfen ein rundes Netz aus, welches in der Mitte eine Schnur hatte. Dann zogen sie es an der Schnur wieder hoch. Die Garnelen steckten sie sich einfach in die Hosentaschen ihrer Shorts. <em>brrrr<\/em><\/p>\n<p>Das &#8222;Hotel&#8220; war ein einfaches Geb\u00e4ude, bestehend aus 3-4 Zimmern, vor jedem war eine H\u00e4ngematte. Darum eine Hofmauer. Ich freue mich schon die Nacht in der H\u00e4ngematte zu verbringen. Leider machte uns der Besitzer einen Strich durch die Rechnung. Er legte sich jeweils in die H\u00e4ngematte vor unserem Zimmer und bewachte unsere Unschuld <em>lol<\/em><\/p>\n<p>Ich muss dazu sagen, es waren die wilden 70-er Jahre, es gab Pille, aber noch kein Aids und wir waren keine leichten M\u00e4dels, aber auch keine Unschuldsl\u00e4mmer. Aber wir hatten keine Absicht uns mit irgendwelchen Herren unterwegs einzulassen.<\/p>\n<p>In einer Ruine h\u00f6rten wir einmal einen Touristen englisch sprechen. Wir wussten sofort, dass das ein Schweizer war. Am Abend, am Zocalo (Dorfplatz) im vollbesetzten Restaurant, sahen wir den Mann wieder und wie er einen Sitzplatz suchte. Wir boten ihm auf Schweizerdeutsch einen Platz an unserem Tisch an. Er machte grosse Augen. Woher wir ihn kennen w\u00fcrden? \u00a0Wir grinsten uns eins ab und haben uns dann noch die halbe Nacht mit ihm unterhalten. Er hat uns einige Souvenirs in die Schweiz zur\u00fcckgenommen. Meine Freundin hat ihn nach unserer R\u00fcckkehr besucht und die Souvenirs abgeholt. Ich muss gestehen, dass sie ihn dann geheiratet hat und die Ehe ca. 20 Jahre lang hielt und es 2 Kinder gab. Aber damals hatten wir keine Vorahnung, ausser dass der Herr sich sehr f\u00fcr meine Freundin interessierte.<\/p>\n<p>Leider hat uns auch damals schon das Problem mit den Drogen ber\u00fchrt.<\/p>\n<p>Wir haben in Tulum den damaligen Polizeichef von Quintana Rho kennengelernt, der sich in meine Freundin verguckt hat. Wir hatten uns in einer H\u00fctte einlogiert, die aus fingerdicken Aesten bestand in der 2 H\u00e4ngematten aufgeh\u00e4ngt waren. Das Wasser kam aus einem Wasserloch und war braun. Ein Bad oder Toilette gab es nicht.<\/p>\n<p>Dieser nette Herr lud uns in sein &#8222;Hotel&#8220; am Strand ein. Das waren dann geweisste H\u00fctten (Meine Freundin ging jeweils als erste in diese H\u00fctte und trat mit dem Stiefel die Kakerlaken tot oder wischte sie mit dem Besen hinaus. Ich war da nicht geeignet dazu.) mit Dusche und WC und einem offenen Restaurant, wo es jedoch nur etwas zu essen gab, wenn er anwesend war. Dann allerdings wurden uns frisch gefangene Langustenschw\u00e4nze frisch vom Holzkohlenfeuer serviert! Sowas von lecker. Seither bin ich f\u00fcr Seefood verloren. Was soll ich in der Schweiz Aufgetautes aus der Bratpfanne essen, wenn ich am Strand von Mexiko sowas essen durfte?<\/p>\n<p>Dann wollte er uns zu einem Rundflug mit seinem Flugzeug einladen. Leider musste er einige Tage weg, bat uns aber auf ihn zu warten, damit wir mit ihm fliegen konnten. In der Zwischenzeit hatten wir dann einige Amerikaner kennengelernt, die uns einige Schauergeschichten \u00fcber diesen Polizeichef und sein Flugzeug und seine Machenschaften und andere h\u00fcbsche Touristinnen erz\u00e4hlten. Und so fand man uns eines sch\u00f6nen Tages fr\u00fchmorgens im n\u00e4chsten Bus nach Guatemala. Uns war der Boden zu heiss geworden und wir traten klammheimlich die Flucht an.<\/p>\n<p>Erz\u00e4hlen m\u00f6chte ich euch noch von der Strasse in Tulum. Wir sind immer diese Strasse entlang gegangen. Klar, etwas anderes gab es nicht, auf der Landseite war der bare Urwald. Und eines Tages lief ca. 10-20m vor uns ein schwarzer Puma \u00fcber diese Strasse. Er hat uns nicht mal angeguckt.<\/p>\n<p>Wenn wir was essen wollten mussten wir bis zu den Ruinen von Tulum laufen (1-2 km?). Da gab es einen Touristenstand. Da konnten wir Wasser, Cola und trockene Kekse erstehen. Mehr gab es schlicht nicht. Ausser hie und wieder einige gebratene Eier in unserem &#8222;Restaurant&#8220;.<\/p>\n<p>Anschliessend sind wir Richtung Guatemala gefahren, von dem ich wenig Erinnerungen habe.<\/p>\n<p>Eine Erinnerung ist an ein &#8222;Hotel&#8220; dort welches aus einer Reihe von Zimmern bestand. Die hatten keine Fenster. Um Licht zu machen musste man die Birne an der H\u00e4ngelampe (ohne Schirm) rein- oder rausdrehen. Vor den Zimmern war ein Platz. Auf diesem Platz wurden Kaffeebohnen getrocknet. Immermal wieder wurden diese Bohnen gewendet. Hinter dem Platz waren weitere H\u00fctten, darin waren 2 WC&#8217;s. Ueber dem WC war ein Duschkopf angebracht, das Wasser war nur kalt. Man konnte also auf dem WC sitzend gleich duschen. Ich meine, der Hotelpreis lag bei 1-2 Fr. die Uebernachtung. Uns reichte ein g\u00fcnstiges Hotel, aber daf\u00fcr assen wir lieber lecker. Wobei auch das Essen meist eher bescheiden war. In Guatemala konnten wir uns oft nur vor unser Hotelzimmer setzen und fahrende H\u00e4ndler kamen vorbei und verkauften uns gebratene Bananen, Obst oder Kuchen.<br \/>\nDas H\u00f6chste an Luxus sind gen\u00fcgend N\u00e4gel an den W\u00e4nden um die Kleider aufzuh\u00e4ngen!<\/p>\n<p>Dann nach El Salvador. In El Salvador gibt es den Vulkan Boquer\u00f3n gleich bei der Hauptstadt San Salvador. Wir kamen irgendwann auf die Idee auf diesen Vulkan zu fahren. Haben also jemanden (Taxi? oder Schuttle-Taxi) gefunden der uns nach oben auf den Rand des Kraters fuhr. Wir wollten um den Rand herumlaufen und dann wieder runterfahren. Aber der Driver sagte, dass das nicht m\u00f6glich sei. Wir m\u00fcssten mit ihm wieder runter. \u00a0Und so sind wir schweren Herzens wieder runter. Der Krater ist wirklich imponierend und ich rate euch an, plant diese Tour besser.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.google.ch\/search?q=san+salvador+Boquer%C3%B3n&amp;newwindow=1&amp;biw=1855&amp;bih=881&amp;tbm=isch&amp;tbo=u&amp;source=univ&amp;sa=X&amp;ved=0ahUKEwiF9qG8xLrJAhXja3IKHVjUDUsQsAQIJg#imgrc=7oKPvLtsRnCdIM%3A\" target=\"_blank\">https:\/\/www.google.ch\/search?q=san+salvador+Boquer%C3%B3n&amp;newwindow=1&amp;biw=1855&amp;bih=881&amp;tbm=isch&amp;tbo=u&amp;source=univ&amp;sa=X&amp;ved=0ahUKEwiF9qG8xLrJAhXja3IKHVjUDUsQsAQIJg#imgrc=7oKPvLtsRnCdIM%3A<\/a><\/p>\n<p>Dann ging es weiter nach Honduras wo wir uns wieder etwas erholten und Weihnachten feierten.<\/p>\n<p>Und ab jetzt kann ich euch erstmals hie und wieder ein Foto zeigen. Meine Fotos bis Mexiko-City gingen auf dem Heimflug verloren (jemand wollte sie in die Schweiz mitnehmen). Die Fotos von Mexiko bis Mittelamerika wurden uns gestohlen. Warum das so ist werdet ihr in Peru erfahren.<\/p>\n<div id=\"attachment_163\" style=\"width: 392px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/ramblingrose.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Honduras.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-163\" class=\"wp-image-163\" src=\"https:\/\/ramblingrose.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Honduras-236x300.jpeg\" alt=\"Weihnacht in Tela, Honduras\" width=\"382\" height=\"486\" srcset=\"https:\/\/ramblingrose.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Honduras-236x300.jpeg 236w, https:\/\/ramblingrose.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Honduras.jpeg 393w\" sizes=\"auto, (max-width: 382px) 100vw, 382px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-163\" class=\"wp-caption-text\">Weihnacht in Tela, Honduras<\/p><\/div>\n<p>Weihnachten feierten wir in Honduras, in Tela. Es war warm, die Kerze ist schon schief. Wir kauften Wein und trockene Kekse. Wie ihr seht war eine Bretterbude ohne Fenster mit 2 einfachen Betten unser luxuri\u00f6ses Hotel. Aber wir dachten uns nichts dabei. Es waren wenigstens keine Kakerlaken am Boden. Draussen feierten die Hondurianer mit Knallfr\u00f6schen und Riesenl\u00e4rm. Am Tag waren wir am Traumstrand schwimmen. Wir konnten w\u00e4hrend dieser Reise unsere Fingern\u00e4gel endlich mal pflegen. Sonst mussten wir sie ja berufsbedingt immer kurz und unlackiert halten.<\/p>\n<p>Hier der Originaltext von meiner Freundin zu diesem Tag:<\/p>\n<p>Wir haben gut geschlafen, trotz der Krachraketen, die sie in \u00a0aller fr\u00fch los liessen. Wir glauben, heute wird es noch schlimmer. Nach einem ausgiebigen Fr\u00fchst\u00fcck schlenderten wir dem Strand entlang. Ich war noch nie in Afrika, doch glaube ich, dies Tela ist typisch afrikanisch. Mir gef\u00e4llt es sehr. Ich geniesse es hier am Strand zu sitzen. Vor mir das Rauschen des Meeres, dann der Strand und hinter mir Kokospalmen die Schatten spenden. Nach einem Bad, Jackie stand wie eine S\u00e4ule im Wasser, \u00a0(war irgend so eine Running Gag von uns) trieb uns der Durst in ein Restaurant. Meer, Sand, Palmen und ein eisgek\u00fchltes Coca Cola! Was wollen wir mehr! Jackie l\u00e4chelt und ich sehe es ihr an, dass auch sie zufrieden ist. Hier gef\u00e4llt es mir. Wo gef\u00e4llt es mir schon nicht? Die Menschen sind freundlich, vorausgesetzt wir l\u00e4cheln 24 Stunden am Tag. Wie erm\u00fcdend!<br \/>\nHeute wollten wir uns ein Essen leisten mit allem Drum und Dran. Doch schon beim Aperitiv bekamen wir Schwierigkeiten. Ein M\u00e4dchen trinkt in der Oeffentlichkeit halt keinen Alkohol. Was zu Hause, in der Bude, gesoffen wird, dar\u00fcber spricht man nicht. Sie gingen wir denn gleich zum Hauptgericht \u00fcber. Ein Mann, der in einem weissen Babyanzug steckte, meinte er k\u00f6nne sich alles erlauben. Er stetze sich einfach zu uns an den Tisch. Er war wie ein schwer beladener Weihnachtsbaum, s\u00e4mtlichen Kitsch hatte er sich umgeh\u00e4ngt. Der Armreif war reich verziert mit Menschenz\u00e4hnen. Ein Israeli, der ebenfalls an unserem Tisch sass, litt heute an Depressionen. Er erz\u00e4hlte uns von seiner Familie, die vor 2 Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen sei. Er f\u00fchlte sich allein und von aller Welt verlassen. Im Bier suchte er Halt, was nat\u00fcrlich nicht von Dauer sein kann. Der Playboy wurde unausstehlich. Wir verabschiedeten uns von ihnen und machten uns auf den Weg ins Hotel.<br \/>\nIm Zimmer machten wir es uns bequem. Wir knabberten an Bisquits und sp\u00fclten mit Wein nach. Kerzenlicht erhellte den Raum. Wir plauderten \u00fcber die Jugend und machen uns \u00fcber die Zukunft keine Gedanken. In dem Haus nebenan sangen sie Weihnachtslieder. Wir lauschten diesen Kl\u00e4ngen und tr\u00e4umten ein wenig. Die Krachraketen, die anscheinend zu diesem Fest geh\u00f6ren, knallten ununterbrochen. So gegen 1 Uhr war draussen ein f\u00fcrchterlicher Spektakel. Wir tranken ein Coca Cola. Ich glaub, ich hab ein ganzes Paket Bisquits allein gegessen. Die Bar, unter uns, machte Freinacht. Wir konnten kaum schlafen. Morgen um 9 Uhr krachten die letzten Raketen.<\/p>\n<p>(Bez. Zukunft: D. und ich treffen uns auch heute noch fast jedes Jahr und wir machen eine kleine Wanderung und essen anschliessend was Leckeres. Es kann sogar sein, dass sie mit mir einige Tage in der Rosinante mitfahren wird und ihr sie pers\u00f6nlich kennenlernen werdet!)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Nachtbus fuhr ich dann nach Mexiko-City. Ich habe also gar nichts von Nord-Mexiko gesehen. Ich habe auch nie etwas aus dem Norden gegessen. In Mexiko-City angekommen musste ich noch 2 Tage auf meine Freundin warten. Das Treffen gelang dann problemlos. 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