{"id":15258,"date":"2026-05-19T11:59:19","date_gmt":"2026-05-19T11:59:19","guid":{"rendered":"https:\/\/ramblingrose.ch\/?p=15258"},"modified":"2026-05-19T11:59:19","modified_gmt":"2026-05-19T11:59:19","slug":"der-schatz-der-seele","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ramblingrose.ch\/?p=15258","title":{"rendered":"Der Schatz der Seele"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><\/h1>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"559\" src=\"https:\/\/ramblingrose.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Gemini_Generated_Image_70as1r70as1r70as-1024x559.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-15259\" srcset=\"https:\/\/ramblingrose.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Gemini_Generated_Image_70as1r70as1r70as-1024x559.png 1024w, https:\/\/ramblingrose.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Gemini_Generated_Image_70as1r70as1r70as-300x164.png 300w, https:\/\/ramblingrose.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Gemini_Generated_Image_70as1r70as1r70as-768x419.png 768w, https:\/\/ramblingrose.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Gemini_Generated_Image_70as1r70as1r70as-624x340.png 624w, https:\/\/ramblingrose.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Gemini_Generated_Image_70as1r70as1r70as.png 1408w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Langsam drehte sie den Spiess am Feuer&#8230; Das Fleisch brutzelte. Der Himmel um Eva war dunkel, allerdings im Osten erhellt durch den vollen Mond. Er schien diese Nacht mit aller Kraft &#8211; kann man das so sagen? &#8211; jedenfalls war der Osthimmel total hell, nur bei Eva war es dunkel. Was Wunder &#8211; immer bei Vollmond war sie depressiv. Besonders wenn sie m\u00fcde war.<br>Und sie war m\u00fcde&#8230;<br>Besonders war sie es m\u00fcde, immer wieder von einer gewissen Person genervt zu werden.. Eva w\u00fcnschte sich, dass es nicht ein Steak war, das sie brutzelte, sondere diese unangenehme Person. Vielleicht wusste diese Person gar nicht, wie unangenehm sie war, dachte wohl, sie w\u00e4re der netteste Mensch auf der Erde. Eva wollte sich nicht provozieren lassen. Aber sie wurde es m\u00fcde, sich immer wieder zu \u00e4rgern.<br><br>Hinter dem Feuer war der dunkle Wald. Eva hatte keine Angst. Nicht einmal, als dort ein kleines Lichtlein zu funkeln begann.<br>Sie knabberte vorsichtig am heissen Steak, ob es schon gar w\u00e4re. Immer wieder schaute sie aber zu dem kleinen Lichtschein hin. Weit war er nicht entfernt, aber ganz klein. Als sie das Steak gegessen hatte, sp\u00fclte sie es mit einigen Schlucken selbstgemachtem Eistee herunter und stand dann auf.<br><br>Vorsichtig n\u00e4herte sie sich dem Licht. Unter einem grossen Baum sah sie eine kleine H\u00f6hle. Aus dieser H\u00f6hle schien das Licht. Von weitem sah es aus, als ob der Eingang zur H\u00f6hle nicht gr\u00f6sser sei als Eva s Handfl\u00e4che. Aber je n\u00e4her sie ging, desto gr\u00f6sser wurde es und als sie davor stand, konnte sie in die H\u00f6hle hineingehen. War sie kleiner geworden oder die H\u00f6hle gr\u00f6sser? Wer kann das wissen&#8230;.<br><br>Schon bald ging es viele Stufen hinab. Immer tiefer kam Eva und immer heller wurde der Schein, obwohl Eva keine eigentliche Lichtquelle ausmachen konnte. Die Luft glimmte einfach. Irgendwie war es hell. Eine Wand konnte sie auch nicht ausmachen, denn ausserhalb des Lichtes war einfach Dunkelheit.<br><br>Eva hatte keine Angst. Sie wusste auch nicht wieso, ev. weil sie so schlechte Laune hatte, dass ihr alles andere egal war.<br>M\u00fcde und wenig neugierig stieg sie weiter die Treppe hinunter. Endlich h\u00f6rte die Treppe auf und der Boden wurde eben. Jetzt wusste sie nicht mehr in welche Richtung sie gehen sollte, um sie war es einfach hell. So setzte sie sich nieder, auf den Boden. Der Boden war von einer seltsamen Machart. Hart und gl\u00e4nzend, aber nicht kalt, sondern angenehm warm. So sass sie da, in ihrer Lichtergloriole. Ausserhalb des Lichtscheins sp\u00fcrte sie pl\u00f6tzlich ein anderes Wesen. Dunkel schien es, als ob es das Licht schluckte. Eva sah hoch, denn das Wesen war gr\u00f6sser als sie. Irgendwie riesig. Sie neigte den Kopf nach oben, und f\u00fchlte mehr als sie sah, dass es ein riesiger Mann war. Mit langen blonden Locken und vielen, aber einfachen und altert\u00fcmlichen Kleidern.<br><br>Instinktiv wusste sie, dass er Peter hiess. Traurig schaute sie zu ihm hoch. Langsam b\u00fcckte er sich und nahm sie in die Arme. Licht und Dunkel mischten sich. Sie lehnte sich an ihn. Seine Kleider rochen erdig.<br><br>Aller Kummer und alle Kr\u00e4nkungen verblassten. Sie f\u00fchlte einfach nur noch Zufriedenheit und W\u00e4rme. Peter sprach kein Wort, auch konnte sie nie genauer in sein Gesicht sehen. Trotzdem blieb sie bei ihm w\u00e4hrend langer Jahre. In seiner unterirdischen Welt gab es viele Fl\u00fcsse und B\u00e4che. Das Wasser hatte eine eigenartig \u00f6lige Konsistenz. Eigentlich gab es nur das Wasser und den harten, warmen Boden. F\u00fcr ihre Flussfahrten benutzten sie eine Schale, l\u00e4nglich und oval, die einfach so \u00fcber das Wasser glitt. Peter stiess mit einer Art Paddel ins Wasser, und die Schale bewegte sich vorw\u00e4rts&#8230; War er der F\u00e4hrmann im Hades? Um Eva blieb der Lichtschein, so dass sie sich nie f\u00fcrchtete. Sie sass im Bug des Bootes, w\u00e4hrend Peter zum Rudern stand. Leicht, traumartig fuhren sie durch unterirdische G\u00e4nge und H\u00f6hlen, obwohl man die W\u00e4nde nie sah. Trotzdem f\u00fchlte man ihre Anwesenheit.<br><br>Nach langen Jahren sah Eva wieder einen anderen Lichtschein als den ihren. Vorne glitzerte etwas. Pl\u00f6tzlich sah sie Gestalten am Ufer. Ungesehen, aber nicht unbemerkt glitten Eva und Peter vorbei.<br><br>Die Person, die Eva genervt hatte, war darunter und auch andere, die ihr M\u00fche bereitet hatten. Eva bemerkte, dass die Gestalten sich nicht wohl f\u00fchlten, dass sie Angst hatten, wenn sie und Peter vorbeiglitten &#8211; ja, dass die Gestalten in Panik ausbrachen. Ein seltsam schauerliches Geheul stiessen sie aus, wenn sie Eva s Anwesenheit erkannten. Eva f\u00fchlte sich nicht als Sieger, sondern wusste einfach, dass es sich nicht bezahlt macht, andere zu \u00e4rgern oder zu hassen.<br><br>Weiter glitten sie dem grossen Glitzern entgegen. Je n\u00e4her sie kamen, desto genauer konnte Eva erkennen, dass es sich um einen Schatz handelte.<br><br>Beim grossen Schatz angekommen, wandte Peter sich Eva zu. Er nahm ihr Kinn in seine Hand und hob ihren Kopf zu sich hoch. Endlich sprach er &#8211; nach all diesen langen Jahren: Eva, sagte er, mit dunkler fast nur gehauchter Stimme, du darfst dir aus diesem Schatz etwas aussuchen.<br><br>Eva schaute zum Schatz hin und jetzt konnte ihr Blick Details erfassen. Sie sah wundersch\u00f6ne Geschmeide, Becher und Gebrauchsgegenst\u00e4nde &#8211; alles von reinstem Golde und aufs feinste verziert mit Perlen und Edelsteinen. Filigrane und massive Teile.<br><br>Eva jedoch griff nach hinten und nahm die Hand von Peter. Peter, sagte sie, komm du mit mir&#8230;.<br><br>Das Geschmeide verblasste und Eva&#8217;s Licht auch. Dunkel wurde es um sie herum, am Horizont ging der Mond unter. Die langen Locken von Peter flossen wie Wasser an ihm herunter, seine Kleider verwelkten und das Feuer verzehrte die gefallenen St\u00fccke, wie Bl\u00e4tter.<br><br>Peter sass jetzt in leichten Nebel geh\u00fcllt neben ihr und war nicht mehr das Dunkel, sondern jetzt eine Nebelfigur, leicht wabernd und wehend.<br><br>Eva hatte immer noch keine Angst. Sie nahm wieder seine Hand und dr\u00fcckte sie ganz fest. Da verfestigte sich die Nebelgestalt und wurde zu einem Menschen. Ihre K\u00f6rper dr\u00fcckten sich aneinander, und lange standen sie so, zusammen und sich f\u00fchlend. Langsam ging jetzt die Sonne am Horizont auf, im Osten, da wo in der Nacht noch der Mond wie eine grosse Laterne gehangen hatte. Eva wandte sich um. Endlich sah sie in sein Gesicht. Aber jetzt war es ihr egal, wie er aussah, denn ihre Seelen geh\u00f6rten zusammen, und ihre Herzen verstanden sich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Langsam drehte sie den Spiess am Feuer&#8230; Das Fleisch brutzelte. Der Himmel um Eva war dunkel, allerdings im Osten erhellt durch den vollen Mond. Er schien diese Nacht mit aller Kraft &#8211; kann man das so sagen? &#8211; jedenfalls war der Osthimmel total hell, nur bei Eva war es dunkel. Was Wunder &#8211; immer bei [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-15258","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-reisen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ramblingrose.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15258","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ramblingrose.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ramblingrose.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ramblingrose.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ramblingrose.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=15258"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/ramblingrose.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15258\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15260,"href":"https:\/\/ramblingrose.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15258\/revisions\/15260"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ramblingrose.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=15258"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ramblingrose.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=15258"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ramblingrose.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=15258"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}