{"id":15233,"date":"2026-05-17T15:18:18","date_gmt":"2026-05-17T15:18:18","guid":{"rendered":"https:\/\/ramblingrose.ch\/?p=15233"},"modified":"2026-05-17T15:18:18","modified_gmt":"2026-05-17T15:18:18","slug":"london","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ramblingrose.ch\/?p=15233","title":{"rendered":"London"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"559\" src=\"https:\/\/ramblingrose.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/london.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-15235\" srcset=\"https:\/\/ramblingrose.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/london.jpg 1024w, https:\/\/ramblingrose.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/london-300x164.jpg 300w, https:\/\/ramblingrose.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/london-768x419.jpg 768w, https:\/\/ramblingrose.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/london-624x341.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Rolltreppe f\u00fchrte nach unten.<br><br>Tief, lang war der Weg in den Abgrund. Die Kacheln an den W\u00e4nden waren die gleichen wie die vor 30 Jahren. Sogar die Strassenmusikanten durften wieder in der &#8222;Underground&#8220; spielen. Die eigentlich tristen G\u00e4nge waren wieder erf\u00fcllt von Musik, von Gef\u00fchl. Eva fuhr mit der Piccadilly Line, der blauen Linie. Durch kleine, schmutzige Bahnh\u00f6fe, in die auch kurz mal Tageslicht schien. &#8222;Gloucester Road&#8220; war besonders sch\u00f6n; ein K\u00fcnstler stellte dort seine Werke aus.<br><br>Peter war eine Station fr\u00fcher eingestiegen als Eva, und ihm war die Frau gleich aufgefallen, als sie sich ihm gegen\u00fcber setzte. Deshalb folgte er ihr auch, als sie am Earl&#8217;s Court ausstieg und auf eine andere Linie umstieg. Treppauf, treppab. Wieder setzte Peter sich der interessanten Frau gegen\u00fcber, ohne ein Wort zu sagen, oder ihr direkt in die Augen zu schauen. Er l\u00e4chelte sie nur leicht an. Eva wurde unruhig.<br><br>Einige Bahnh\u00f6fe weiter, die meisten Leute waren jetzt schon ausgestiegen, verliess sie schnell und kurz vor T\u00fcrschliessen den Zug. Zufrieden bemerkte sie, dass es dem Mann nicht mehr gelungen war, ihr zu folgen. Sie \u00fcberquerte den Bahnsteig und betrat den eben einfahrenden Zug. Als sie sich setzte, sah sie direkt in die Augen von Peter. Er sass ihr gegen\u00fcber, als w\u00e4ren sie im vorherigen Zug. Erschreckt schloss sie die Augen. Langsam und vorsichtig \u00f6ffnete sie sie einen Spalt weit. Deutlich sah sie sein freundliches, etwas zutrauliches L\u00e4cheln.<br><br>Im n\u00e4chsten Bahnhof dr\u00e4ngte sie sich gleich durch die wartenden Leute und hetzte durch die G\u00e4nge. Hinter einem Automaten versteckt wartete sie dann, ob er ihr folge. Aber nein, sie hatte ihn abgesch\u00fcttelt. Erleichtert betrat sie die n\u00e4chste Plattform (Bahnsteig). Da, rechts neben ihr stand Peter. Sie schrie auf. Er schaute sie leise l\u00e4chelnd an und sagte nichts. Der Zug wurde angek\u00fcndigt. Kalte Luft wehte \u00fcber den Bahnsteig, und schon erklang das tiefe Grollen aus dem Tunnel. Schnell n\u00e4herte sich der Zug.<br><br>Im letzten Moment schoss ihre Hand vor, und gab Peter einen Stoss. Peter fiel direkt vor den Zug. Als sich die T\u00fcren \u00f6ffneten, stieg sie ruhig und gefasst ein. Eva setzte sich &#8211; und sah direkt in Peter s Augen. Er sass ihr gegen\u00fcber und l\u00e4chelte. Quer \u00fcber der Brust war sein T-Shirt etwas schmutzig. Bei der n\u00e4chsten Station stand er auf und nahm Eva bei der Hand. Willenlos folgte sie ihm. In seinem Haus angekommen, f\u00fchrte er sie zum kleinen Turm an der R\u00fcckseite und kettete sie im Turmzimmer an. Dort lebte sie die n\u00e4chsten 100 Jahre das Leben einer Sklavin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Rolltreppe f\u00fchrte nach unten. Tief, lang war der Weg in den Abgrund. 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