Monster im Wald und wilde Bäder

Heute morgen regnet es gemütlich auf mein Autodach. Der Wald der Monster soll aber trotz Regen noch besser werden, eben schauriger. Neben meinem Auto halten weitere Autos und eine Gruppe junger Männer, in dem was wir in der Schweiz das „Vierfruchtnachthemli“ nennen (Kampfanzug), und mit Rattergewehren, macht sich bereit im Wald zu spielen. Die Sonnenbrille wird trotz Regen getragen, die Gelfrisur beginnt langsam zu fliessen.

Da ich noch etwas abwarten möchte, bis der Regen ganz aufhört, lese ich im Toskana-Führer weiter. Und oh Wunder!, da sind noch viele weitere wunderbare Heilquellen verzeichnet. Ich werde also auf dem Rückweg sicher 2 aufsuchen und kann euch das auf jeder Italienreise nur ans Herz legen. Einige Quellen liegen fast auf der Autobahn in den Süden. Es sind Quellen wie Saturnia oder auch wie die Schöne in der Nähe zum Hafen nach Elba. Ich bin also gespannt.

Der Wald der Wunder, ist wunderbar. Wart ihr einmal in der Bretagne im Huelgoat (habs nie herausgekriegt wie man das ausspricht)? Da habe ich damals mein Knie versaut.  Der Wald ist einfach wunderschön, feucht schummrig, grün und viele runde Felsbrocken.
Nun, dieser Wald war ähnlich. Aber die Felsbrocken hat man vor ca. 500 Jahren zu Monsterwesen bearbeitet. Dafür sind die Bäume nicht ganz so gross. Auf jeden Fall war es ein absoluter Höhepunkt meiner Reise!

Dann der Fosso bianco. Das war in einem Tälchen ein weisser Sintherwald. Aehnlich wie die Quellen von Saturnia, der Geruch war auch vorhanden *smile. Ich habe an 2 schönen Stellen wunderbar baden können.

Weiter gings nach Bagno Vignoni. Da sitze ich jetzt. Hier gibt es, wie in den Thermen von Campiliga eine grosse Badewanne mitten im Dorf. Leider darf man hier aber nicht. Ein Hotel soll schöne Anlagen anbieten und unterhalb des Dorfes ist ein Becken, wo die Abwasser alter Mühlen, heute des Schwimmbades, durchlaufen. Da darf man wieder frei baden. Vorne an diesem Dorf ist ein grosser Sintherabhang. Da ist lange Jahrhunderte das Wasser einfach so hinunterglaufen und hat einen schönen Buckel gebildet. Dann hat man das Wasser für einige Mühlen gefasst und interessante Anlagen gebaut. Ca 1950 hat man das aufgegeben und es ist schnell darauf alles verrottet. Jetzt reaktiviert man den Mühlenhang wieder. Ich werde morgen sehen was das Wetter sagt und entweder ins Hotel gehen oder in den Mühlweiher.

Die Region der Toscana, wo ich aktuell bin, kommt euch von Postkarten her sicher bekannt vor. Hier finden sich die schönsten Motive!!! Also hält Rosinantchen brav wieder an jedem Strassenrand, damit ich Fotos schiessen kann. Wie viele vertragt ihr? Habe heute wieder 158 geschossen. Da wird mir die Auswahl schwer fallen *seufz (Nachtrag: ich hätte jedes nehmen können *tiefseufz)

Nachtrag: Heute abend wollte ich lecker essen. Also suchte ich mir ein Restaurant aus dem Buch aus. Vergessen hatte ich allerdings, dass ich hier in der Touristenhochburg bin. Vorspeise: Gefüllte Zucchiniblüten mit Riccotta. Sehr lecker, hätte mehr davon vertragen als die 2 daumengrossen Stücke. Suppe: Schaumsuppe mit Aubergine. Die Suppe war lecker, der Aubergine fehlte Salz und Geschmack. Dann eine Nachspeise: Tirami su. Sehr leckere Schlagsahne, das Tiramisu fand ich darunter nicht, ausser dass das die Sahne mal kurz etwas griesig war.
Zum Glück hatte ich keinen Hunger, nach der Baderei.
Zur Nacht habe ich aber einen feudalen offiziellen Camperparking, gratis und für mich alleine, denn die anderen haben den nicht gefunden – sogar ohne Laternen! Gute Nacht!

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