Die Römer sind los…

Heute ist Sonntag und ich bin nicht weit von Rom entfernt. Und so wie es aussieht, hat man den zweiten schönen Sonntag im Jahr benutzt, um aufs Land zu fahren.

Als erstes versuchte ich das hübsche Städtchen Sermoneta, aus der Gattung der Krähennester, zu besuchen. Aber im Dorf davor war grosser Markt. Nett war, dass die Landwirte der „Blumenhändlerin“ freundlich zuwinkten. Weniger nett war, dass es mehr Autos als Menschen gab. Ist mir zwar schleierhaft wie das zugeht, aber die Italiener schaffen alles.

Eigentlich ist es in Italien immer sehr eng. Die Häuser sind meist direkt an die Strasse gebaut, die Strassen eng und wenn noch ein Auto hingeht, dann wird eins hingestellt. Auf dem Land ist jedes Stück Land eingezäunt. Würde ich hier wohnen, dann wäre ich Zaun- und Torhändler. Ausser einigen Ebenen am Meer ist alles relativ steiles Hügelland. Und eben die Städtchen sind Krähennester. Das nicht nur in Ligurien, nein bis jetzt so ziemlich überall wo ich durchkam.

Also hoch nach Sermoneta. Da war gerade eine Hochzeit in Gange. Es wirkte, als wäre das halbe Rom war eingeladen *seufz.

Also wieder runter und nach Ninfe, welches heute anscheinend geöffnet war. Wäre ich nicht sicher, dass Dornröschen im Schloss von Ussée wohnt, dann hätte ich angenommen, es wäre hier angesiedelt. Ninfe ist ein wegen Malaria aufgegebenes Dorf, malerisch zerfallen und als Besuchergarten hergerichtet. Leider war es heute sehr schwül und bedeckt, hie und wieder einige Tropfen Regen, so dass der Garten nur schlecht zur Geltung kam. Ausserdem wollte man, dass ich in der Gruppe laufe. Und da ich kein Herdentier bin, gabs schnell Streit mit dem Guide.

Also weiter nach Cori. Cori glänzt mit einem Herkulestempelchen und einer Polygonalmauer. Diese Mauern sind aus grossen, mehreckig, also unregelmässg geschnittenen Riesensteinen gebaut, anscheinend von den Volksern (vorrömische Italiergruppe). Auf dem grossen Parking über dem Dorf darf man übernachten. Man darf aber auch spielen, die Mofas kreisen lassen, sich die Ellbogen mit dem Skateboard aufschlagen (zum Glück hat die Signora etwas Desinfektionsmittel und ein Pflaster dabei) und man darf das machen, was Italiener liebend gerne tun: einfach nur laut sein! Aber es ist ein lebendiges Leben hier und so geniesse ich mit. In meiner stillen Ecke gibts noch einen Wasserhahn und auf dem Bänklein haben sich die Weibchen zurückgezogen und knüpfen die ersten zarten Bande mit den Fahrradhelden. Was mich daran erinnert, heute war irgend so ein Fahrradrennen in der Ebene. Das hatte natürlich jeweils Vortritt.

Nachtrag: Schickt den mit dem Rasenmähermotor endlich ins Bett *seufz. In der Schweiz sagt man denen: Töfflibueben (Mofajungs).
Ausserdem läuft irgendwo noch ein Ballspiel.. direkt neben dem Parking.
Erstaunlich welcher Lärmpegel hier herrscht. Hilfe.. es gibt hier fast keine Wälder und wenns welche gibt, dann gibts keine Wege dahin oder keine Uebernachtungsmöglichkeiten. Ah, und jetzt haben 2 Streit und ein Mädel weint.. aber es ist ja erst 21:30, also noch mitten am Abend.
Ich freue mich darauf mit Bea in die hohe Tatra zu fahren! Juhi, dort wars das letzte Mal echt einsam und still. Und Bären machen nicht so ein Gedöns.
Der Camping vorgestern war auch extrem laut. Da haben sich die Familien gekannt und einander herzlichst begrüsst.. und alle 30 Minuten kam eine neue Familie an..

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