Archiv für den Monat: September 2017

Umleitungen und Industrialisierung

Wir fuhren Ende August 2017 wieder für einige Tage nach Deutschland. Dank endlosen Strassensperren und Umleitungen kamen wir nie pünktlich irgendwo an und fanden oft unsere Ziele nicht. Da wir diese Ferien im Lichte der Industrialisierung durchführten, haben wir somit gleich die Nachteile der modernen Industrialisierung am eigenen Leib erfahren können. Wir fuhren vorbei am Weg, den Madame Benz damals mit dem ersten Auto der Welt gefahren ist und waren wohl auch nicht schneller *seufz

Zuerst gings nach Lorsch. Hier beim alten Kloster wurde die Industrie der Karolinger, also des tiefen Mittelalters in einem Freilichtlabor nachgestellt. Hochinteressant!

Dann gings wieder einmal in die Grube Messel. Dort wurden/werden viele Skelette von Tieren aus dem Eozaen gefunden. Die Grube diente dem Abbau von Oelschiefer. Der Ytongstein wurde zuerst aus der Schlacke des Schiefers gemacht und war damals noch braun. Die Ytonghalden am Rande der Grube aus Abfallsteinen dienten jedoch der Befestigung der Halde. Heute hätte man das Material gerne wieder zurück, denn man kann es jetzt recyceln, aber nix ist, das bleibt und hält die Wand stabil und bietet viel Platz für moderne Tiere. Eine wahre Schlangengrube.
Wir haben die kleine Führung gemacht (12:30), ich empfehle Ihnen jedoch die grosse Führung um 15 Uhr.
Leseempfehlung: Das Oelschieferskelett

Weiter gings zu Schloss Dyck wo wir mit Freunden die „Parknächte“ fotografieren wollten. Der Vollmond ist echt, der Rest ist gemacht. Wir hatten unsere Freude an der Veranstaltung.

Danach fuhren wir ins Industrie-Freilichtmuseum in Hagen. Das besteht aus über 50 Gebäuden, wo, besonders am Wochenende, viele alte Handwerke vorgeführt werden. Das lohnt sich auf alle Fälle, wir haben kaum alles in einem Tag sehen können. Eigentlich hätten wir noch die Schwebebahn in Wuppertal und eine Gesenkschmiede sehen wollen, werden wir aber in einem anderen Jahr nachholen.

Am nächsten Tag fuhren wir schon wieder nach Süden an den Panarbora. Ein Aussichtsturm (Vorsicht, der Parkplatz ist südlich vom Turm) und ein Pfad hoch über den Baumwipfeln. Etwas schräg die Idee, aber uns hats gefallen.

Die Strassenbauer waren wieder sehr aktiv, aber trotzdem fanden wir noch den Weg nach Schladern an den Siegwasserfall. Hier hat man kurzerhand eine Flussschleife geopfert, bzw. die Sieg begradigt und das entstandene Gefälle für die örtliche Industrie genutzt. Es entstand dabei ein Wasserfall.

Wir wollten noch etwas in die Eifel und fuhren am „blaue Stein“ vorbei und bei den Basaltwänden von Ettringen. Die Vulkanausstellungen hatte ich ja schon letztes Jahr besucht.

Trotzdem wollten wir noch um den Laarer See wandern. Was wir totz drohendem Regen taten. Allerdings rentiert sich das nicht, man sieht den See kaum.

Dann suchten wir den Martberg. Schaut euch das schöne Foto an und geht da nicht hoch! 1. ist der Weg hässlich, 2. der Parkplatz unlogisch weit entfernt, 3. ist der Tempel wohl nur am WE offen und 4.  wo ist das Café???

Interessanter war es schon im Intarsienmuseum, wo wir leider keine Fotos machen konnten.

Wie war denn die Zeit, wo man noch keine Schuhe trug? Oder sich leisten konnte? Das testeten wir auf dem Barfusspfad. In Bad Bellingen muss man zwar sogar noch bezahlen fürs barfuss laufen, aber dafür ist der Pfad auch sehr vergnüglich angelegt. Wir hatten Spass daran.

Die „Blitzröhren“ bei Battenberg waren dann wieder schnell besichtigt, und schön fotogen.

Nun wollten wir noch an den Rhein fahren und etwas in einem Baggersee schwimmen, aber leider hat mir die moderne Industrie ein Ei gelegt. Wie gross ist der Unterschied eines Dieseltankschlauches zum Benzinschlauch.. je nach Tankstelle nicht sehr gross. Und diesmal zu klein für mich. So verbrachten wir die Nacht vor einer KFZ-Reparaturwerkstätte und liessen Rosinanten den Bauch auspumpen. Sie hätte sich am Benzin prompt verschluckt und uns das sehr übel genommen.

Aber am nächsten Tag gabs dann doch noch einen kleinen Schwumm im Baggersee zwischen Ludwigshafen und Speyer. Erstaunlich, dass die Industrie noch Platz liess für kleine Paradiese.