Kategorie-Archiv: Reisen

Herbststimmung am Bodensee

Meine „Eisfahrt“, also die letzte dieses Jahres war zwar noch nicht eisig, aber doch mit markanter Herbststimmung. Ueberall am Strassenrand sah man Kürbisse (leider nicht fotografiert) und Obststände. Es scheint, dass in diesem Jahr in Deutschland mehr Aepfel gereift sind als in der Schweiz.

Den Anfang machte ich in Konstanz. Dort hatte ich einen Coiffeurtermin abgemacht, ist halt schon markant billiger als in der Schweiz. Und dabei habe ich Konstanz als wunderschönes Städtchen kennengelernt, welches mehr zu bieten hatte als nur billige Grossmärkte.

Mit der Fähre gings dann über den See und nach Ravensburg. Am Himmel fuhren Zeppeline und auf der Strasse war wie schon oft Stau. Zum Schlafen gings Richtung Kabelhängebrücke über die Argen. Am nächsten Tag dann Frühstück in friedlicher Stimmung am See und weiter nach Lindau, wo ich mich mit den Touristen ins Gewühle stürzte. Sehr nettes Städchen, wie überhaupt fast alle Städtchen am Bodensee und in Süddeutschland. Als Tourist ist man hier immer sehr gut aufgehoben. Wer grosse Womos fährt findet jeweils Uebernachtungsplätze, wer nur eine kleine Rosinante fährt wie ich, darf auf jeden Parkplatz.

Dann war ich schon gespannt auf die Kulissen der Bregenzer Festspiele. Wirklich imponierend! Das Abendessen habe ich dann im Hundertwasserhaus eingenommen und kann die Wirtschaft dort sehr empfehlen. Freundliche Bedienung und gutes Essen. Zum Schlafen gings auf den Berg. Zum Fünfländereck. Schweiz, Vorarlberg, Bayern, Baden und Württemberg. Am nächsten Morgen Regen und so bleibt die Südküste des Bodensees wohl für das nächste Jahr erhalten und ich fuhr wieder heim…

Umleitungen und Industrialisierung

Wir fuhren Ende August 2017 wieder für einige Tage nach Deutschland. Dank endlosen Strassensperren und Umleitungen kamen wir nie pünktlich irgendwo an und fanden oft unsere Ziele nicht. Da wir diese Ferien im Lichte der Industrialisierung durchführten, haben wir somit gleich die Nachteile der modernen Industrialisierung am eigenen Leib erfahren können. Wir fuhren vorbei am Weg, den Madame Benz damals mit dem ersten Auto der Welt gefahren ist und waren wohl auch nicht schneller *seufz

Zuerst gings nach Lorsch. Hier beim alten Kloster wurde die Industrie der Karolinger, also des tiefen Mittelalters in einem Freilichtlabor nachgestellt. Hochinteressant!

Dann gings wieder einmal in die Grube Messel. Dort wurden/werden viele Skelette von Tieren aus dem Eozaen gefunden. Die Grube diente dem Abbau von Oelschiefer. Der Ytongstein wurde zuerst aus der Schlacke des Schiefers gemacht und war damals noch braun. Die Ytonghalden am Rande der Grube aus Abfallsteinen dienten jedoch der Befestigung der Halde. Heute hätte man das Material gerne wieder zurück, denn man kann es jetzt recyceln, aber nix ist, das bleibt und hält die Wand stabil und bietet viel Platz für moderne Tiere. Eine wahre Schlangengrube.
Wir haben die kleine Führung gemacht (12:30), ich empfehle Ihnen jedoch die grosse Führung um 15 Uhr.
Leseempfehlung: Das Oelschieferskelett

Weiter gings zu Schloss Dyck wo wir mit Freunden die „Parknächte“ fotografieren wollten. Der Vollmond ist echt, der Rest ist gemacht. Wir hatten unsere Freude an der Veranstaltung.

Danach fuhren wir ins Industrie-Freilichtmuseum in Hagen. Das besteht aus über 50 Gebäuden, wo, besonders am Wochenende, viele alte Handwerke vorgeführt werden. Das lohnt sich auf alle Fälle, wir haben kaum alles in einem Tag sehen können. Eigentlich hätten wir noch die Schwebebahn in Wuppertal und eine Gesenkschmiede sehen wollen, werden wir aber in einem anderen Jahr nachholen.

Am nächsten Tag fuhren wir schon wieder nach Süden an den Panarbora. Ein Aussichtsturm (Vorsicht, der Parkplatz ist südlich vom Turm) und ein Pfad hoch über den Baumwipfeln. Etwas schräg die Idee, aber uns hats gefallen.

Die Strassenbauer waren wieder sehr aktiv, aber trotzdem fanden wir noch den Weg nach Schladern an den Siegwasserfall. Hier hat man kurzerhand eine Flussschleife geopfert, bzw. die Sieg begradigt und das entstandene Gefälle für die örtliche Industrie genutzt. Es entstand dabei ein Wasserfall.

Wir wollten noch etwas in die Eifel und fuhren am „blaue Stein“ vorbei und bei den Basaltwänden von Ettringen. Die Vulkanausstellungen hatte ich ja schon letztes Jahr besucht.

Trotzdem wollten wir noch um den Laarer See wandern. Was wir totz drohendem Regen taten. Allerdings rentiert sich das nicht, man sieht den See kaum.

Dann suchten wir den Martberg. Schaut euch das schöne Foto an und geht da nicht hoch! 1. ist der Weg hässlich, 2. der Parkplatz unlogisch weit entfernt, 3. ist der Tempel wohl nur am WE offen und 4.  wo ist das Café???

Interessanter war es schon im Intarsienmuseum, wo wir leider keine Fotos machen konnten.

Wie war denn die Zeit, wo man noch keine Schuhe trug? Oder sich leisten konnte? Das testeten wir auf dem Barfusspfad. In Bad Bellingen muss man zwar sogar noch bezahlen fürs barfuss laufen, aber dafür ist der Pfad auch sehr vergnüglich angelegt. Wir hatten Spass daran.

Die „Blitzröhren“ bei Battenberg waren dann wieder schnell besichtigt, und schön fotogen.

Nun wollten wir noch an den Rhein fahren und etwas in einem Baggersee schwimmen, aber leider hat mir die moderne Industrie ein Ei gelegt. Wie gross ist der Unterschied eines Dieseltankschlauches zum Benzinschlauch.. je nach Tankstelle nicht sehr gross. Und diesmal zu klein für mich. So verbrachten wir die Nacht vor einer KFZ-Reparaturwerkstätte und liessen Rosinanten den Bauch auspumpen. Sie hätte sich am Benzin prompt verschluckt und uns das sehr übel genommen.

Aber am nächsten Tag gabs dann doch noch einen kleinen Schwumm im Baggersee zwischen Ludwigshafen und Speyer. Erstaunlich, dass die Industrie noch Platz liess für kleine Paradiese.

Zusammenfassung und Info zu Reisen im Balkan – Sommer 2017

Hier beschreibe ich was wir erlebt haben und erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern erlaube mir auch einmal (politisch) unkorrekt zu sein.

Dokumente:
Alle Länder als Schweizer: Identitätskarte
Serbien, Bosnien, Albanien, Montenegro und Mazedonien: Grüne Versicherungskarte und Autopapiere zusätzlich.

Geld:
Slovenien ist in der EU und hat Euro und ist etwa gleich teuer wie Deutschland.
Kroatien ist in der EU und hat Kuna (anscheinend soll man erst an der Grenze wechseln und keine Kuna aus dem Land nehmen). Es ist vermutlich alles leicht billiger als in Deutschland.
Montenegro ist nicht in der EU, hat aber trotzdem Euros.
Albanien ist nicht in der EU, hat eigenes Geld, allerdings kann man in Euros bezahlen, besonders in Touristenorten wie Museen und dazu gehörigen Restaurants (kleine Noten und Münzen dabeihaben, es gibt selten Wechselgeld). Das Land ist recht klein und so ist es unnötig Geld zu wechseln. Wir haben nirgends Bankomaten oder Wechselstuben gesehen. Alles dünkte uns recht billig.
Serbien hat eigenes Geld, 100 Euros waren viel zu viel Geld – alles ist recht günstig und wir hatten Mühe soviel Geld auszugeben, besonders, da man im Land wenige Campingplätze findet und überall „problemlos“ sein Womo hinstellen kann. Ein Mittagessen kostet ca. 3 Euros.
Bosnien: genau das Gleiche.

Parken und freies Uebernachten:
Ab ca. 15.6. beginnt jeweils die Touristensaison. Vorher kann man fast überall gratis parken, danach wird es entweder verboten oder kostet Geld. Freies Uebernachten geht recht gut, wir hatten keine Probleme. Wenn es keine Campingplätze gibt, ist es auch bei Bauern kein Problem einen Nachtplatz zu bekommen. Wir haben nur einen VW-Bus und so ist es in der Nacht oft sehr heiss im Auto.
Entweder auf einer Bergkuppe oder nahe am Meer schlafen, da geht immer ein Wind. Kurz vor dem Einschlafen noch mit aufgedrehter Klimaanlage fahren, bis das Auto kühl ist, und dann gleich nach hinten verschwinden und Türen schliessen. Wir haben aber öfters mit offenen Türen geschlafen. Wer Angst hat, der lasse die hintere rechte Tür auf, dann kann man bei einem VW-Bus nämlich die restlichen Türen abschliessen.

Tiere:
Wir haben keine wirklich wilden Tiere gesehen. In Albanien gibt es wilde Hunde, die anscheinend nerven können. Einige Hasen sagen wir am frühen Morgen.
Schildkröten sollte man über die Strasse helfen.
Bitte keine streunenden Tiere heim nehmen, wer unbedingt eine junge Katze braucht, der frage den örtlichen Tierarzt. Spenden zum Kastrieren werden gerne entgegengenommen. Wilde Tiere können Krankheiten in die Schweiz mitbringen, die man nicht wirklich brauchen kann.
Mücken: Ja, in Wassernähe.

Essen:
Die Speisekarte ist recht einfach, quer durch alle Länder – Abgesehen von Seafood: Fastfood, Pizza und besonders Schniposaco! Schnitzel, Pommes, Salat und Cola  – fertig!  Wer lokales Essen mag, der kriegt Cevabcici oder Fleischeintopf. Als Nachspeise gibts Palatschinken (Pfannkuchen mit Eis oder Saucen) – fertig!
Wers schafft Reis zu bestellen, der bekommt sehr leckeres Reis, meist angereichert mit Gemüse. Dass das Land einmal (teilweise) zu Italien, bzw. Venedig, gehört hat, merkt man daran, dass es manchmal auch Nudeln auf die Speisekarte schaffen.
Ich muss zu den Pommes sagen, dass sie allesamt übel schmeckten, ausser an einem Ort, da waren sie Weltklasse.
Speiseeis ist oft offen zu kaufen, im italienischen Stil. Meist sehr lecker und ideal bei heissem Wetter.

Kaffee:
Man bestelle einen grossen Cappuccino, das lässt sich gut aussprechen und ist mehr oder weniger trinkbar, meist doch etwas bitter. Ich liebe türkischen Kaffee, mehr in ländlichen Gegenden zu erhalten (bitte vorgängig sagen ob mit Zucker).

Getränke:
Es gibt Wasser in Flaschen, manchmal auch in Trinkwasserqualität im Glas. Wir bekamen hie und wieder ein Cola zero. Das für uns ideale Getränk war: Limunada (frischgepresster Zitronensaft) mit etwas Wasser. Dazu ein Mineral mit Gas und etwas Süssstoff.

Sprache:
Ausser in Albanien werden slavische Dialekte gesprochen, die sich von Land zu Land nur insofern unterscheiden wie bei uns die Dialekte. Ich empfehle auf jeden Fall als Minimum die Höflichkeitsformen und Zahlen zu lernen, und die Grundnahrungsmittel. Ob Dobry, Dober dan, Dober dag (guten Tag) ist nämlich egal, man versteht euch.
Vorteil: Polen, Tschechien, Slovakei und ev. noch weitere Länder sprechen ähnliche Dialekte. (Bitte haut mich nicht, ich bin kein Sprachexperte).

Verständigung:
In Kroatien sprechen jüngere Leute ausgezeichnetes Englisch, ältere oft eher Deutsch. In Slovenien spricht man eher Englisch. In den anderen Ländern wird es schwieriger, manchmal sprechen die Leute auch noch Italienisch. An Touristenpunkten kann immer jemand Englisch oder Deutsch.

Strassen:
In Slovenien verkaufen sie eine Autobahnvignette, die man als Tourist nicht wirklich braucht, das Land ist klein. In Kroatien gilt Maut auf der Autobahn.
Die Strassen führen im Balkan ganz klar durch Täler und Schluchten, entsprechend kurvig und holprig sind sie. Grössere Womos sollen lieber die grossen Ueberlandstrecken benutzen, so welche existieren. In Serbien und Bosnien sind 50 km meist in 1 Stunde zu fahren.
Entlang der Adria gibt es die Magistrale, eine schöne Aussichtsstrecke entlang der Adria, gerne gefahren von Motorädern.

Reiseliteratur/Reiseführer:
Für Womo-Fahrer gibt es ein Buch über Slovenien (sehr gut und viele schöne Strecken), ein Buch über Kroatien und Montenegro (nur der Küste entlang) und eins über Albanien (von einem Liebhaber geschrieben). Aber über Bosnien und Serbien gab es keine Womo-Führer von diesem Verlag. Ich habe leider im Vorab die Uebersicht verloren und versäumt für Bosnien und Serbien Reiseführer zu kaufen. Im Land selber oder unterwegs habe ich kaum Brauchbares gefunden. Deshalb sind mir auch einige Nettikeiten, wie z.B. die Uvac-Schlucht in Serbien entgangen.

Reisen:
Slovenien ist recht interessant, es gibt Hunderte von Höhlen. Die Häuser sind oft sehr hübsch, besonders die Stadel.
Kroatien existiert (für Touristen) eigentlich nur an der Küste. Die Häuser sind einfach und meist neu. Man sieht viele angefangene Neubauten. Die Küste ist steinig, felsig. Jedoch werde neu überall Kiesstrände künstlich angelegt, was das Baden sehr angenehm macht. Wunderhübsch sind die Städtchen auf den Landzungen/Inseln.
Montenegro: Endlich Sandstrand!! Die Häuser sind modern, gross, langweilig. Das Hinterland ist waldig, mit schönen Schluchten.
Albanien: Wunderbare Gastfreundschaft erlebt. Die Häuser sind oft recht modern, wir meinen, wir fahren durch die Schweiz. Klar gibt es immer noch Eselskarren und ausgesprochen üble Strassen, aber die Landschaft ist von der unsrigen nicht wirklich zu unterscheiden, besonders in den Bergregionen.
Serbien: Das Gleiche. Wir erkennen keinen Unterschied zur Schweiz, der es sinnvoll machen würde hierher zu reisen (wobei wir allerdings nur den Westen gesehen haben).
Bosnien: Das Gleiche. Hier haben wir kaum Sehenswürdigkeiten gesehen. Sorry. Allerdings gibt es viele Klöster und Kirchen.
Mazedonien: Hier waren wir von einigen Jahren von Griechenland aus. Einige nette Wasserfälle, ursprüngliches Land (überall Pferdewagen und wilde Deponien), schöne römische Ausgrabungen, interessanter Berg Kokino.

Fazit: Bez. Landschaft ist nur Kroatien mit dem Meer anders als die Schweiz. Der Rest des Balkans, den wir gesehen haben, war ähnlich wie eine ländliche Region in der Schweiz.

Klar – schöne Schluchten, Höhlen, Burgen, Schlösser und Kirchen sind immer sehenswert, aber fahre ich dafür über 1000 km?

Wasser:
Trinkwasser ist fast überall, wo es Hügel gibt, ausgezeichnet. Flüster: Am Wasserhahn des Friedhofs ausserhalb der Dörfer kann man seine Wasserflasche bequem auffüllen.
Badewasser: In Serbien und Bosnien lieber nicht in Seen baden, auch lieber nicht in Flüssen. Wir haben immer wieder wilde brennende Deponien gesehen, die da rein münden.
Das Meer ist sehr durchsichtig, ausser im Norden von Albanien (hier münden die dreckigen Flüsse) extrem sauber. Allerdings Badelatschen kaufen, das Meer ist sehr belebt. Seeigel und sowas wie Seegurken und aller Arten Schnecken gibts ausserhalb der belebtesten Badestrände sofort.
In Montenegro geht es im Hinterland steil bergauf. Deshalb findet man immer wieder Wasserhähne am Strassenrand. Aber oft nicht in Trinkwasserqualität.

Souvenirs:
Meiner Meinung nach ist alles vom Touristenstand = übel.
Empfehlen kann ich Honig, Olivenöl und Weine am Strassenrand, Geklöppeltes in Slovenien. Falls ihr etwas seht, was jemand anderes 2 m weiter auch anbietet, dann lasst die Finger davon. Obst ist vom Grossmarkt und selten vom eigenen Baum (das nur, wenn dieser Bauer wirklich nur Kirschen verkauft und nicht noch 10 andere Sachen).
Oma macht keine Souvenirs im tausendstelligen Bereich.

Sauberkeit:
Man bemüht sich. Ausser den wilden Deponien in Albanien, Mazedonien, Bosnien und Serbien fanden wir die Länder recht sauber. Wenn wir in stille Orte zum Uebernachten fuhren, dann fanden wir überall jedoch entsorgte Sofas und Geräte.
Wir haben immer eine Abfallzange dabei und säubern zum Dank von Gratis-Uebernachtungen immer nach Möglichkeit den Ort.

Sicherheit:
Man hat uns gesagt, der Balkan wäre sehr sicher, ausser dass noch Minen verstreut wären.
Wir haben keine Probleme mit Dieben oder Bettlern gehabt, ausser ganz am Schluss auf einer Autobahnraststätte der Autoput, da wurden wir angebettelt.
Minenwarnungen haben wir in Bosnien gesehen, als wir etwas abseits schlafen wollten. Unsere Devise war: Wo in den letzten 10 Jahren mal jemand gegangen ist, da gehen auch wir, wo nicht, da treten wir nicht hin.

Internet:
Ich habe eine Sim-Karte von Italien, Frankreich, Deutschland und nun auch noch von Kroatien (Bei der Post, die Telekom). So konnte ich meistens ins Internet. Diese Karte kann man in ein Handy stecken und das als Wlan für den Laptop nutzen. Wer das nicht möchte, der kann sich ein Pocketgerät kaufen, das sendet, aber man kann nicht damit telefonieren. Z.B. wenn man nur eine Sim-Karte in das Handy einstecken kann.
In Campingplätzen fragt man am besten, wo der ideale Standort für Internet ist (und ob sie überhaupt welches haben).
Viele Cafés und Restaurants haben Internet (WiFi), auch wenn sie es nicht draussen angeschrieben haben. Dort kann man auch mal eine Kamerabatterie oder sonstwas mit einem Stecker aufladen. Ansonsten lieber Geräte kaufen, die man mit einer Power-Bank aufladen kann oder im Auto am Zigarettenanzünder.
Allerdings ist Wlan mit UPC-Handy und auch anderen Betreibern bald europaweit kein Problem mehr.. das ändert sich jetzt von Woche zu Woche.

Wozu der ganze Aufwand?

Heute morgen fuhr ich nach Velia. Das ist eine von den Griechen gegründete Stadt. Dann kamen die Römer und bauten auf die Stadt eine neue. Ich besichtigte die Ruinen und kletterte hoch zum Tor und zum Turm. Bin langsam wieder fit nach dem faulen Winter.
Genaueres zu den Latrinen auf meinem Bild: http://www.romanoimpero.com/2011/04/latrine-romane.html

Also ich so oben stand ging mir durch den Kopf warum ich denn so rumfahre. Leute, die keine archäologischen Interessen haben würden am Fuss dieses Berges nette Ferien verbringen. Anderswo sieht es nämlich auch nicht viel anders aus in Italien. In etwa ist es überall gleich. Hier sind schöne Strände, nette Städtchen und wenns wirklich langweilig wird oder man mal was beweisen muss, besichtigt man die Ruinen und „hat was getan“.

Also erstens ist es noch zu kalt um länger als einen halben Tag irgendwo zu bleiben, zweitens ist sonnenbaden nicht meine Begeisterung, und drittens sind die Ruinen überall verstreut und so muss ich halt durchs Land fahren um was zu sehen.

Aber aktuell bin ich auf dem Weg jemand zu besuchen. Zum schlafen wollte ich gemütlich in ein Tal, da es wieder geregnet hat (Gott sei Dank, hat all das Salz wieder weggewaschen). Aber die Strasse führt mich immer höher und höher. Bis ich dann an Windturbinen vorbeikam und wusste, ich bin jetzt ganz oben. Da habe ich aus der Not eine Tugend gemacht und mir einen schönen Aussichtsplatz gesucht. Gegessen habe ich übrigens in der Nähe von Paestum,  sehr lecker neben einer Mozzarella-Verkaufsstelle. Pfannkuchen mit Mozzarella-Frischkäse und eine Art Lasagne auch damit. Beides war sehr lecker und endlich eine Abwechslung zu Pizza, Pasta und Insalata.

Jetzt wirds hart

Bergwerke

Diesmal konnte ich beim Aufstehen wieder Sonne sehen. Da ist das Leben doch gleich schöner.

Ich hatte im Internet gesehen, dass das erste Minenmuseum am Montag geschlossen hatte. Somit fuhr ich gleich weiter nach Venturina. Dort besichtigte ich die Thermen und war zufrieden, da will ich morgen dann baden. Heute gings weiter in den Parco San Silvestro. Das ist ein riesiges Bergwerksgelände mit Führungen. Zuerst konnten wir in den Gängen durchgehen und sahen Teile von etruskischen „Löchern“, von mittelalterlichen Stollen und von modernen Stollen. In diesem Teil wurde nur ca. 7 Jahre abgebaut, dann wurde es unrentabel.

Es ist so, dass es im Bergbau immer schnell unrentabel wird, aber wenn neue Methoden bekannt werden, dann gehts sofort mit neuer Kraft wieder los. Hier war aber noch ein anderes Problem aufgetreten. Die Ebenen waren sumpfig und die Bevölkerung starb an Malaria dahin. Ca. 1500 waren ganze Landstriche fast leer. Die Landschaften wurden damals von grossen Herren erobert und die haben dann freundlicherweise die Sümpfe angefangen trockenzulegen. So konnte sich die Bevölkerung wieder etwas erholen. Dieser Prozess war aber erst vor kurzer Zeit abgeschlossen, es gibt fast keine Sümpfe mehr und die, die es noch gibt, die sind jetzt Naturschutzgebiete. Allerdings hat das DTD die Malariaviecher massiv ausgerottet. Leider geht es damit aber heutzutage wieder los, die Anopheles werden resistent.

Nun denn – in den Minen wurde Kupfer, Blei und Silber abgebaut, woraus sich wunderbar Münzen machen liessen. Auch heutzutage wird noch abgebaut, aber nur noch Kalk. 1978 hat man meines Wissens mit den Stollen aufgehört.

Ich verstehe wenig von der Sache, zeige euch einfach nur einige interessante Fotos.

Wir wurden nach der ersten Besichtigung in den Minizug verfrachtet und fuhren durch einen weiteren Stollen ins Tal hinein. Das war auch sehr interessant. Dort stieg man wieder aus und konnte zum mittelalterlichen Bergdorf Rocco hochwandern. Mutters Tochter seufzte tief und machte sich dann auf den Weg. Ich habs geschafft hochzukommen, aber die Führung war schon unterwegs bis ich kam, und somit durfte ich nicht ganz ins Dorf hinauf. Denn bald schon wartete wieder das Zugeli auf uns und brachte uns wieder aus dem Tal hinunter.

Aktuell schlafe ich mal im Wald. Es wären zwar mehrere Camperplätze vorhanden gewesen, aber nach der letzten Nacht, wo es draussen taghell erleuchtet war, brauchte ich mal wieder Stille und Nacht.
Ein leckeres Abendessen bekam ich noch in der örtlichen Pizzeria. Auf Anfrage, ob es denn auch eine Osteria gäbe, die offen hätte, bot man mir normales Essen an. Ihr müsst euch eine Pizzeria so vorstellen: Da sind keine Tische drin, nur eine Theke wo 2-4 Pizzen fertig warten. Man nimmt sich also ein Stück mit und kann das draussen an einem Tischlein, oder auf der Strasse essen. Aber diese Pizzeria hatte noch einen Anbau mit Tischen und Tischtuch. Dort war es zwar immer noch kalt, aber ich speiste fürstlich mit bester Bedienung. Na ja… der ewig gleiche Salat mit Tomaten und eine Lasagne mit Artischocken. Dazu ein (mein erstes) Tiramisu.

Ich habe erst später erfahren, dass der 25.4. ein Spezialtag ist, ganz Italien hatte frei und das merkte man im Bad und den Minen.

Madeira mit B.’s Augen gesehen

Heute habe ich die Fotos von B., meiner Reisebegleitung/Freundin, sortiert und relevante und schöne Fotos herausgesucht. Den Text schreibe ich unter die Fotos. Es ist eine Uebersicht über beide Wochen.

Der letzte Tag

Wir haben noch einmal einen freien Tag und gehen ein letztes Mal in die Stadt.

Wir möchten noch das Kloster Santa Cruz sehen und einmal durch die Märkte schlendern, denn heute Freitag ist Markttag.

 

Schnee auf Madeiras Bergen

Start in die Berge heute morgen bei blauem Himmel. Kurz vor dem Ziel dann Schnee am Strassenrand, dann auch auf der Strasse. Wir müssen umkehren, die Autos hier sind nicht fähig hochzukommen.

Dann beschliessen wir, wieder nach der Nordküste zu fahren und einiges von gestern noch einmal besser zu sehen.

Zusätzlich wollen wir die Kalkgrube von Lameiros besichtigen.
Das war eine gute Idee, denn dort sahen wir einen bemerkenswert guten Film über den Betrieb der Kalkbrennerei.

Regentag mit Wasserkraft

Heute ist es regnerisch. Wir fahren über die Berge in den Norden. Unterwegs wird die Strasse oft überschwemmt und es finden sich Steine auf der Strasse. Wir stellen fest, dass einige Felsbrocken unser Auto von unten berühren und passen sofort besser auf.

Als Tourist hat man es schwer. Bald sind wir ziemlich durchnässt und denken mit Sehnsucht an das warme Spa im Hotel. Aber wir halten durch und besichtigen Ruinen und eine alte Mühle. Die Mühle ist sehr interessant und wird uns extra vorgeführt. Hier 2 Filmchen:
https://youtu.be/zZPFQDPTm7c

https://youtu.be/EJZpd2JTO7Q

Als wir dann endlich in Sao Vicente ankommen, suchen wir verzweifelt nach den Grotten und dem vulkanischen Museum/Center. Ich werde fast ab der ersten Brücke geweht bei dem starken Wind und das Wasser fliesst im Fluss bergwärts. Wir sehen jetzt weshalb jedes Dorf diese riesigen Verbauungen um die Flüsse hat. Es kam früher zu ernsten Ueberschwemmungen.
Die Grotten sind recht weit ausserhalb der Stadt. Wir hatten schon aufgegeben sie noch zu finden. Bitte macht nicht den Versuch in das Städtchen zu fahren (Region Kirche), das ist ausgesprochen eng und sinnlos. Einfach Richtung Funchal die Stadt verlassen und nach 1 km findet man dann die Grotten. Beschriftungen sind manchmal Luxus *seufz

 

Im wilden Westen

Heute war schlechtes Wetter und so wollten wir nicht wandern. Aber wie so oft in Madeira hatten wir während des Tages alle 4 Jahreszeiten auf einmal.

Wir fuhren die bekannten Strecken auf der neuen Schnellstrasse und die unbekannten auf der Küstenstrasse.

Dann gabs einen Tee am Ende der Welt und Rückfahrt über die Berge zurück.