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Ramblingrose ist inzwischen pensioniert und reist um die Welt, wenn sie nicht gerade mit ihrem VW-Bus unterwegs ist.

Fazit Weltreise

Man fragt mich jetzt: Wo hat es dir am besten gefallen? Was war gut und was nicht?

Flüge: Leider musste ich sehr viel fliegen und auch im Zickzack. Das könnte man besser planen. Nur hat mir die Destination Venezuela einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es reicht, wenn man relativ kurzfristig Flüge bucht für kurze Flugreisen. Aber oft muss man einen Weiterflug gebucht haben um überhaupt in das Land einreisen zu können: So in Trinidad/Tobago, in Domenikanische Republik, in Samoa und in Fiji und Neuseeland. An mehr kann ich mich gerade nicht erinnern. Also ist man zeitlich schon sehr verplant.
Visa: Ich als Schweizerin, brauchte ein Visum für Neuseeland und Australien. Die kann man aber ganz unbürokratisch am Checkin Schalter noch kurz auf dem Smartphone buchen. Also keine Panik.
Internet und Telefon: Ohne Smartphone geht gar nichts! Und das meine ich wirklich so. GAR NICHTS! Man kann im Flughafen meist ein einfaches Abo für wenige Wochen buchen, ist auch nicht teuer. Als APPs braucht man WhatsApp, Here we go, Airbnb, GoogleMail (Ja, legt euch eine Gmail Adresse zu und benutzt sie für die Reise. Das Phone unterstützt Gmail und so könnt ihr darüber alles buchen und abrufen). Dann gibt es noch Flug Apps, die müsst ihr dann halt je nach Buchungswebseite oder Fluglinie auf das Phone laden. Ich schreibe hier bewusst nicht Handy oder Natel, denn dieses Blog wird in verschiedene Sprachen übersetzt und ausserhalb des deutschsprachigen Raumes ist sind diese Wörter sinnlos. Streicht sie aus eurem Wortschatz.

Unterkunft: Ich hatte die besten Erfahrungen mit Homestay gemacht. Als Alleinreisende sowieso. Aber auch Paare können mit Homestay sehr gut reisen. Man lernt wirklich das richtige Leben kennen. Wer einfach nur einen Wasserfall sehen will: der besuche die Schweiz, wir haben genügend davon. Wer aber in ein fremdes Land geht, der sollte sich die Freude, dessen Leute kennenzulernen, nicht verbauen. Jetzt im Rückblick waren die Momente mit den Einheimischen meine Wertvollsten! Seid offen, seid interessiert, macht mit! Dann lohnt sich eine Reise. Wer einfach nur am Strand baden will und am Abend in ein Lokal geht, der kann das in Spanien oder Europa genau so gut machen. Ich kann homestay.com und airbnb.com empfehlen.
Dann sind Hostels gut um Mitreisende zu finden. Am Abend fragen wer mitfahren will. Leider scheint es nicht mehr Mode zu sein die Fahrtkosten zu teilen, aber man hat etwas Gesellschaft. Im Schlafsaal schlafen kann man auch als alte Frau. Kein Problem.

Gepäck: Man beachte die Gewichtslimite. Ich durfte auf vielen Flügen nur 10 kg mitnehmen. Also gab es 3 Kleidungsstücke von jedem. Ein Paar gute, aber niedere Wanderschuhe, dann Wasserschuhe und Flipflops. Ein Pullover und eine dünne Regenjacke. Fertig. Mein Koffer passte in jedes Gepäckfach. Er hatte aber auch Räder und Rucksackgurten um ihn auf dem Rücken tragen zu können. Die habe ich jedoch an eine Tasche gemacht, und die als Rucksack getragen. Ich würde also sage, ohne Gurte, dafür mit einem kleinen Rucksack reisen wäre ideal. Dann eine grosse Handtasche, wo ich den Laptop reinbrachte.

Geräte: Ich hatte also das Smartphone dabei, dann den Laptop. Und einen Stecker für Amerika und einen für Neuseeland. Dann eine Kamera und eine Unterwasserkamera. Wer nicht so viel fotografiert, der lässt die Kamera weg und für Unterwasser organisiert er sich einen Beutel. Unverzichtbar ist eine Powerbank. Wichtig: Nie Kabel und Batterien (Kamera z.B.) im aufgegebenen Gepäck, sondern in die Handtasche.

Kulturbeutel: Da ich meinen Koffer als Handgepäck mitnehmen durfte, hatte ich nur einen Nagelklupper/Nagelknipser dabei und eine Pinzette mit geraden Pinzen. Dann Insektenschutz (kein Spray) und Sonnenschutz. Zum Waschen ein Seifenstück. Damit kann man zur Not auch Haare waschen und Kleider. Ohrenstöpsel, Ohrstäbchen, Nasensalbe. Die Nasensalbe ist klein und reicht für kleine Wunden oder trockene Stellen. Ich bevorzuge als Deo den Deokristall. Dann noch etwas gegen Allergien. Wer keine Allergien hat, der nimmt einen Fenistilstift mit gegen Insektenstichwunden. Ein Wundgel. Fertig. Interessant ist, dass die Haut in diesen Ländern viel glücklicher ist. Vorsicht beim Autofahren vor der Sonne. Ich habe natürlich gleich am ersten Tag auf den Unterarmen eine Sonnenallergie eingefangen.

Länder:
Trinidad/(Tobago): Ein weitgehend unbekanntes Land mit einem Dschungel voller Blumen! Kolibris, roten Ibissen, weiteren Vögeln und genügend Wasserfällen und Badebuchten. Dann als Höhepunkte der Teersee und der Schlammvulkan. Die Leute sind sehr nett, extrem locker und entspannt. Die Strasse ist meist verstopft und die Hauptstadt nicht besonders hübsch. Wenig Tourismus. Auf Regenzeit achten. Man spricht englisch und isst indisch.
Dominikanische Republik: Ein typisch spanisches Land. Chaotische Strassenverhältnisse, aber sehr nette Menschen. Hier gefielen mir die Lagunen und die Region um die Lagunen. Es gibt auch einige sehenswerte Wasserfälle.
Florida und Louisiana: Die Sümpfe von Miami (Everglades) und von New Orleans (Atchafalaya Bridge) waren mein Ziel. Sehenswert. Aber unterwegs besuchte ich die Silver Springs und habe dort an die Manatees und die wunderschöne Spiegelung im Wasser, beim Dahingleiten mit dem Kajak, mein Herz verloren.
Panama: Nach erneutem Besuch nach 40 Jahren ist die Altstadt immer noch sehenswert und der Kanal interessant. Neu ist die neue moderne Stadt, die daneben entstanden ist.
Venezuela: Ein Land welches gerade Schlimmes durchmacht. Aber die Reise vom Canaima Park zum Angel Wasserfall war der absolute Höhepunkt meiner Reise! Lasst euch nicht entmutigen, bucht direkt im Canaima Park und wagt die Reise.
Hawaii: Das Land meiner Träume entpuppte sich zum Alptraumland. Einzig Kauai kann ich guten Gewissens empfehlen. Und auch dort seid ihr in 5 Tagen durch. Mit dem Waimea Canyon ist die Insel ein absolutes Highlight.
Samoa: Die schönste Insel. Supernette Menschen und man findet einfach alles, was Hawaii auch hat, nur besser. Lasst euch auf die Kultur von Samoa ein und taucht ein in eine andere Welt.
Fidschi/Fiji: Hier kann man die wunderschönsten Inselchen und Korallenbänke finden, aber auch eine Kultur und Menschen wie in den Romanen, die ich als Kind gelesen habe. Auch hier ist Homestay ideal. Lasst euch auf dieses Land ein. Setzt auch auf den Boden und macht einfach mit… ob bei der Kava Zeremonie oder beim Dorffest. Passt euch an und ihr werdet in ein Leben eingeführt, welches wirklich anders ist, als das was ihr bis jetzt kennt. Es hat mich sehr berührt!
Neuseeland: Hier war der Camper die ideale Lösung. Ein interessantes Land. Wer wenig Zeit/Geld hat, der soll in der nördlichen Hälfte der Nordinsel reisen. Gesehen habe ich Seelöwen, Pinguine, Albatrosse, Tölpel, Schafe, ein Kiwi, 2 Possums und etwas entfernt viele Pelzrobben. Die Wälder sind verwunschen und alt. Kein Wunder werden hier viele Filme gedreht. Dann gibt es hier perfekt geformte Vulkane und vulkanische Täler und warme Quellen. Eine Quelle der Freude für mich.

Was euch nun am besten gefällt weiss ich nicht, aber erzählt mir davon, wenn ihr eines dieser Länder besucht. Es gibt die „Antworten“ Funktion am Ende eines Blogbeitrags und ich kann die Lesen (und muss sie freischalten). Hier könnt ihr somit auch einfach nur etwas fragen, so dass ich euch direkt antworten kann. Ich muss die Antwort dann ja nicht freischalten. Aber ich kann natürlich auch öffentlich antworten… Ganz wie ihr möchtet. Ich sehe die Mailadresse, aber sie wird nicht veröffentlicht.

Der lange Heimflug

Genau das hatte ich nicht wollen. Am Stück fliegen. Und was musste ich machen? Um 10 Uhr den Camper abgeben. Dann an den Flughafen fahren und versuchen meine gebuchten Flüge nach Sydney-Cairns zu canceln. Dann warten bis es 19:15 war und mein Heimflug begann. Dieser Flug ging über Melbourne (8 Stunden Aufenthalt) für gut 4 Stunden Flug. Dann über 14 Stunden Flug nach Dubai (3 Stunden Aufenthalt). Und dann nach Zürich weitere 6 Stunden.

Ich war also 50 Stunden unterwegs. In Melbourne war es so kalt, dass an schlafen nicht zu denken war. Klimaanlagen unter 22° sollten verboten werden. Dafür habe ich einen netten Passagier kennengelernt. Somit hatte ich etwas Unterhaltung. Er hatte einen Vater aus Tonga, kannte aber die Kultur dort nicht wirklich, bis er als Erwachsener seinen ersten Besuch dort machte.

Mein Magen war nicht begeistert von dem Essen auf dem Flieger und am Flughafen und reagierte sauer. Meine Beine waren jedoch sehr geduldig, kein Problem damit. Schlussendlich war die Reise einfach unendlich lang, oft kalt, meist unbequem. Die Passkontrollen sind ja in den letzten Jahren auf das mehrfache angestiegen. Aber jetzt ging es recht schnell durch den Zoll oder durch die Kontrollen. Stündlich wurden die Bedingungen verschärft. Abstand halten! 1 Meter, später 2 Meter. Dann mussten wir in Zürich im rappelvollen Flieger stundenlang warten, bis wir in kleinen Gruppen aussteigen durften. Kaum ausgestiegen sollten wir Abstand halten! Echt logisch, gell? Dafür waren die Zollkontrollen soweit besetzt, dass man innert nützlicher Frist durch die Kontrollen kam. Ueberall hörte man Stories von den Zurückreisende. Sie mussten alle ihre Ferien abbrechen und waren entsprechend sauer und ungehalten. Da sind viele Pläne zerbrochen. Job gekündigt, Wohnung für 6 Monate vermietet, Auto gekauft, und nach 2 Wochen muss man schon wieder nach Hause. Oder man wollte für ein Jahr weg. Oder hatte viele Touren gebucht, die nach und nach storniert wurden vom Anbieter.

Für mich war der Abschluss der Reise ok. Australien liegt mir nicht sehr am Herzen. Neuseeland hatte ich fertig bereist, ausser 2-3 Tagen im Norden, wo ich einige Ziele nicht mehr besucht habe. Aber ein Unterbruch in der Reise wäre nett gewesen. Mehr als 6 Stunden fliegen am Stück muss nicht sein. Nun, ich bin jetzt zuhause, leide noch etwas unter Jetlag, aber nicht stark. Geld habe ich wenig verloren. Und mein Mann freute sich, dass er mich 6 Wochen früher zuhause hatte. Ich werde noch versuchen Karten zu zeichnen von den Zielen die ich besucht habe. Aber sonst verabschiede ich mich von euch, danke, dass ihr mit Ramblingrose geflogen seid 😉 ich gehe ab jetzt in Homeoffice.

Ein Dank an Regi, die mich auf meinem Heimflug getrackt hat. Interessant ist, wie viele Flugzeuge immer noch am Himmel sind.

Fazit Neuseeland Nordinsel

Wer nur kurz Zeit hat um Neuseeland zu bereisen, der sollte den nördlichen Teil der Nordinsel wählen. Hier wird er so ziemlich das Nötige und Interessante sehen können. Es gibt hier Wasserfälle, Strände, Seen und natürlich Vulkane und vulkanische Geschehen. Auch sollen Vögel und Seegetiere zu sichten sein.

Wer von der Südinsel kommt, dem kommt die Nordinsel zuerst sehr eng und bevölkert vor, aber das täuscht. Es gibt hier mehr Freedom Camping und billige Campingplätze als auf der Südinsel. Und im Zentrum ist das Land sehr dünn besiedelt. Aber hier gibt es dann auch die grossen Touristenattraktionen, wo sich Hunderte Touristen an einem Ort befinden und es die grossen Bustouren vollorganisiert gibt. Wer das also schätzt, der ist hier bestens aufgehoben. Alles wo Village dazusteht kann als Touristendorf betrachtet werden und ist nicht ideal für den Individualtouristen.

Ich fand die Nordinsel etwas unübersichtlich, besonders da mir die Rundum Route fehlte. So bin ich im Zickzack durch das Land gefahren. Es gibt mehrere Scenic-Routen, die sich teilweise kreuzen. Wer zuhause plant, der soll sich doch einfach Kreuze auf eine ausgedruckte Karte machen und die dann ideal verbinden. Ich habe vor allem die Region um Rotorua interessant gefunden und die Vulkane (die sich gerne hinter Wolken verstecken). Die Vulkane haben hier oft eine Idealform, sind also sehr fotogen. Dann bin ich den Bäumen nachgegangen, besonders die Kauribäume des Nordens. In heissen Quellen baden ist hier immer mal wieder möglich. Bitte zuerst im Internet checken ob sie auch etwas idyllisch sind. Es gibt ganz gewöhnliche Badeanstalten mit Thermalwasser. Sind nicht schön, aber meist recht günstig.

Camper: Es ist nicht nötig einen Selfcontained Car zu mieten oder kaufen. Die einfachen Campingplätze sind billig und rechtfertigen den Preisunterschied nicht. Die Damen sollen eine Pinkelhilfe kaufen und in einen leere Flasche pinkeln oder ein grosses Gurkenglas nehmen. Auch die Herren sind gebeten nicht in die Natur zu pinkeln.
2-3 Wasserflaschen sind hygienischer als ein Kanister.
Ich bin 6700 km gefahren in knapp 5 Wochen. Bezahlt habe ich 3400 NZ$, was ca. 2000 ChFr. oder US$ entspricht. Das Benzin ist billiger als in Europa.
Mein Auto war insofern ideal für mich, da ich ein recht grosses Bett ausklappen konnte, aber daneben immer noch Platz hatte für Toilette und Kühlschrank. Das zusätzliche Matratzenstück habe ich auf die andere gelegt und so sehr bequem geschlafen. Kochen bei Wind war nicht möglich. Es gab zwar ein Zelt, welches man an die Hecktür hängen konnte, aber ehrlich… wer macht das? Ich habe in die Toilette einen Plastikbeutel gelegt und so mal das Nötigste erledigen können. Gepisst habe ich in die Flasche mittels Pinkelhilfe. So musste ich nicht mit dem Gestank einer Toilette leben., hatte aber doch den Komfort einer solchen.
Gekocht habe ich nur Kaffee und Tee. Im Auto gegessen habe ich Müesli, Früchte und Chips. Es gibt am Strassenrand Früchteverkäufer von Fruchtfarmen. Das Geschirr habe ich mittels Haushaltspapier gereinigt. Hie und wieder auf einem Campingplatz dann mit Wasser. Das Zahnputzwasser spuckte ich in eine kleine weithalsige Orangensaftflasche.
Ein einfacher Pflanzenspray mit Wasser gefüllt ersetzt tageweise eine Dusche.
Eine Stirnlampe mit USB ist ideal in der Nacht und auch in Höhlen.
Am Morgen – spätestens ab 9 Uhr – sind die Cafés offen und bieten Toiletten und Steckdosen. Toiletten gibt es überall. Neuseeland hat einen anderen Stecker als Europa und Amerika.

Das Essen ist ok, aber immer das Gleiche. Nach 5 Wochen hat man das über. Aber jeden Tag Nudeln kochen ist auch keine Lösung. Ideal ist es Müesliflocken dabeizuhaben, die sich auch trocken essen lassen. Einen Kaffee kann man auch kalt trinken und sogar Tee kann man kalt machen, einfach einige Stunden lang einen Teebeutel in eine wieder aufgefüllte Colaflasche stecken.

Städte: Ich habe die Städte nicht wirklich besucht. Oft sind es einfach Schachbrettstädte mit 2-3 interessanten Strassen. Gisborne ist die Schönste davon wegen der Art Déco Häuser.
Häuser: Die Häuser sind nette Holzhäuser im amerikanischen oder nordischen Stil. Selten gibt es gemauerte Häuser. Inzwischen sieht man hie und wieder Tiny Houses.
Kriminalität: Es gibt auf der Nordinsel mind. 2 Wasserfälle mit kleinen Campingplätzen, die geschlossen wurden wegen Zerstörung der Anlagen und Ausrauben der Camper. Meine Recherchen haben ergeben, dass dahinter Drogenbanden, sogenannte Gangs, stecken.
Es gibt Moskitos und Sandfliegen (Kribbelmücken). Da hilft nur ein Spray, Kleidung und Türen zu. Wer also ein Auto hat wo hinten alles voll Bett ist tagsüber, der hat damit ein Problem. Das würde wieder für einen Camper sprechen.

Menschen: Leider sprechen sie kein Englisch. *smile. Das stört aber nicht, da sie sowieso mehrmals nachfragen. Wer von euch es schafft einen Cappuccino ohne mind. 3 Nachfragen zu bestellen, dem gebe ich einen Kaffee aus. Gestern dachte ich, es geschafft zu haben: „Einen grossen Cappuccino bitte, mit Schokolade zum mitnehmen, ohne Zucker.“ Hm… was hat sie gefragt? Wollen Sie Kuhmilch oder andere? *tiefseufz

Die Katze von Terri – ideale Anlaufstelle für den ersten oder letzten Tag in Auckland

Das Monster von Neuseeland – der letzte Tag

Die Luft ist draussen. Ich hatte keine Lust mehr etwas zu unternehmen. Also fuhr ich an den Höhlen vorbei und Richtung Auckland. Unterwegs traf ich aber auf Sheepworld und das war wirklich lustig.

Ich wollte doch endlich mal ein lebendiges Possum sehen und nicht immer die flachen auf der Strasse. Dann gab es weitere Fütterungen und eine Hundeschau und Schafscheren. Zum Schluss dann noch Lämmer Füttern! Waren fast so hungrig wie damals mein Sohn.

Um an die Possumwolle zu kommen werden die Tiere lebendig gefangen, dann werden sie erschossen, dann gerupft und dann gibt es warme Handschuhe für mich. Man muss sich einfach vorstellen, dass die possierlichen Tierchen für die Ausrottung fast aller bodenbrütender Vögel Neuseelands verantwortlich sind.

Fertig lustig

20.3.2020 Liebe Follower und Freude. Die Grenze nach Australien hat gestern zugemacht und es macht wenig Sinn in Neuseeland zu bleiben. Besonders, da ich von Deutschen gehört habe, dass deren Krankenversicherungen ihre Leistungen für das Ausland einstellen wollen. Die Flüge werden auch stündlich teurer.

Also breche ich meine Reise ab. Ich habe gesehen was ich sehen wollte. Australien ist mir nicht so nah. Und der Flug um die Welt wird auch stattfinden. Also was solls. Noch ein Wasserfall? Noch ein Strand… nein. Ich werde den zweiten Teil der Reise später machen. Dann Seychellen mit meinem Sohn, Mauritius mit meinem Mann, Madagaskar und der Viktoriafall.
Australien und Sumatra müssen nicht sein.
Auf jeden Fall soll man immer Ziele haben.. und was ich gelernt habe, ich möchte ein Haus am Wasser. Also… https://de.camperstyle.net/shoal-tent/

Ich hätte noch was abzugeben… gratis! Es braucht kein Porsche zu sein, keine Gegenleistung erforderlich… muss nur hier in Neuseeland abgeholt werden 🙂

Das Kauriholz

Nur noch 2 Tage. Ich fahre nach Norden, aber da ist bis jetzt nicht viel los. Interessant sind die Kauariwälder und das Kauriholzmuseum. Es gibt auch eine Muschel, die Kauri heisst, aber von der reden wir hier nicht.

Der älteste Baum ist 45000 Jahre alt und wurde in einem Moor gefunden, natürlich nicht mehr stehend. Moorbäume können sich sehr gut erhalten. Und so ist der lange Tisch von diesem Baum. Auch die lange Platte auf dem einen Bild ist von einem Baum, der schon lange auf dem Boden gelegen hat. Ohne Spuren von Verstockung.

Das viele Harz vom Baum hat ihn gut konserviert. Und genau dieses Harz hat man dann auch jahrelang „gemolken“ und als Kunststoff benutzt. Man hat es also gegossen.
Dann hat man im Boden herabgefallene Harzklumpen, teilweise von Kindergrösse! gefunden und die wie Bernstein bearbeiten können. War halt nicht so alt, aber dafür viel grösser.
Es gibt noch einige Kauriwälder, aber die müssen sehr geschont werden. Man stelle sich den Norden einfach mal so vor, dass hier ganze Strecken voller dieser Wälder waren und man halt wieder einmal alles umgehackt hat. Das sieht man dann auch sehr schön im Museum. All die Sägereiwerkzeuge und Maschinen.

Inzwischen bin ich von der Westküste an die Ostküste gefahren. Da ist ein netter Campingplatz. So nah an Auckland gibt es kein Freedom Camping mehr, aber der Platz ist nicht teuer.

Das Land wird täglich und nach Norden immer grüner. Wie bei uns im Frühling, hier aber nach einem trockenen Sommer. Am Wegrand stehen streckenweise alle Farmen zum Verkauf!!!

Selten sehe ich Käse – aber hier sind die rosa angeschriebenen Käse aus Neuseeland. Der Emmentaler ist auch Deutschland – hä??
Und so sah dann mein Mittagessen und Abendessen aus.
Im Museumsshop – Kauriholz gedrechselt
Von Hand Bretter sägen
Der Tisch aus dem alten Holz – ja, der ist etwas grösser als bei euch zuhause!
Ein ganzer Stamm – als Brett
Und diese Platte wurde aus dem untersten Stammstück gedrechselt
So isjt man die Bäume hochgeklettert um das Harz zu gewinnen
Sie poliert die gefunden alten Harzstücke – rechts das Blatt ist von einem Kauribaum – obwohl der aus der Linie der Pinien stammt hat er Blätter.
Grosse Bäume brauchen grosses Werkzeug
Aus Kauriharz gegossen – das Plastik von damals
Polierte Stücke
Man hat sogar aus dem geschmolzenen Harz Haare gezogen
Im Museumsshop – Stücke aus dem Farnbaum
Rollen aus dem Farnbaum, bzw Baumfarn
Geraftet, also geflösst hat man interessanterweise quer
Eingang zum Wald – das Grüne sind Desinfektionsspritzen
Im Kauriwald
Borke und ein kleiner Zweig
Stamm mit Harz
Das wäre noch was übrig für den Drechsler *seufz
Die Baumkrone ist hoch oben
Noch ein Vulkankegel – Vulkanschlot
und noch einer
Interessanter Baum – roter Stamm und graue Blätter
Sind das Truthühner??
Es wird lagsam grün
Die Ostküste – der Campingplatz kommt näher

Warme Quellen unter dem Strand und meine Pläne

Heute morgen habe ich die Ebbe abgewartet und bin dann an den Strand der heissen Quellen gefahren. Man muss dann über eine hohe schwarze Vulkansanddüne wandern und kommt dann an einen schönen grossen Strand. Dort geht man bis an die Wasserkante und „fühlt“ mit den Füssen wo es heiss ist. Dann mit dem Spaten – freundlicherweise vom Campingplatz zur Verfügung gestellt – graben. Es gibt mind, 3 heisse Quellen und dort gräbt man halt so tief das geht und legt sich in das ca. 41° warme Wasser. Ich habe mich nicht gelegt, da ich von gestern noch sauber genug bin, man muss ja ein Dreckspatz sein, wer jeden Tag baden will *lach
Aber ich war stolz eine Quelle entdeckt zu haben.

Danach fuhr ich zur nächsten Bucht. Dort gab es eine riesige schwarze Düne, allerdings auf der anderen Seite der Bucht.

Weiter ging es dann auf einer gekiesten Strasse nach Norden, dem Bridal Fall zu. Die Gegend war wunderschön, wieder mal richtig idyllisch. Dort wohnen macht aber wohl weniger Spass.

Wer von euch hat in der Jugendzeit Mary Scott gelesen? Frühstück um sechs und dann jede Mahlzeit durch? Mary Scott hat einen Schaffarmer geheiratet und ist in den Bush gezogen. Bush ist allerdings heute eine grosses Wort, denn dort wo ihre Farm stand, ist heute ein Vorort von Auckland. Später zogen sie noch etwas südlicher, also nahe dort wo ich jetzt durchfuhr (so 100 km östlich davon).
Das ist aber immer noch nur 2 Autostunden von Auckland entfernt.

Dann habe ich die kleine Wanderung zum Wasserfall gemacht, der im schönen Wetter heute auch prachtvoll aussah, inkl. Regenbogen. Die Wand über die er fiel, ist eine riesige Basaltorgel! Absolut imponierend. Basalt kann bei der Abkühlung nach dem Vulkanausbruch in sechseckigen Säulen erstarren. Und das war hier wunderschön der Fall.
Und dann ging es weiter nach Raglan – Mittagessen und dann nach Auckland an den Airport. Habe mich schlau gemacht was meine Flüge so machen und was Australien will.

Fakten sind: Virgin Australia will für einige Monate seine Flüge einstellen. Ich muss also am Sonntag fliegen.
Ich muss in Australien 2 Wochen in Isolation gehen. Was genau heisst, dass ich in einer Ortschaft bleiben muss. Ich darf einkaufen gehen, darf ins Restaurant und an den Strand. Aber nicht herumreisen. Ok, damit kann ich leben. Ich werde also nach Sidney fliegen, dort eine Nacht in einem Hotel verbringen, dann am Montag weiter nach Cairns fliegen. Dort 2 Wochen Strandurlaub machen und die Bibliothek leerlesen. Danach mal sehen. Eigentlich wollte ich mit dem Greyhoundbus eine Monatskarte nehmen. Falls das aber nicht geht, wird es halt noch einmal eine Camperreise. Da bin ich ziemlich isoliert.

Ich sehe nicht wirklich was ich in der Schweiz soll, anscheinend ist alles lahmgelegt und unterwegs hätte ich selber Chancen angesteckt zu werden. Ich nehms also ruhig und warte mal die zwei Wochen ab. Irgendwann werden dann auch wieder reguläre Flüge nach Europa stattfinden….

Neuseelands Pompeii

Ich habe ja im vorletzten Beitrag über den grossen Vulkanausbruch geschrieben. Da wurde auch ein Dorf verschüttet. Das Dorf wurde zufälligerweise wieder gefunden und ausgegraben.

Interessant war, dass gerade über die Sintherterrassen, die dann versunken sind, gestritten wurde. Das Dorf war nämlich das erste Touristendorf und das erste Mal, dass Maori und Weisse zusammengewohnt haben. Das Dorf war neu gegründet worden und man hatte es modern in Felder aufgeteilt. Das hatte man mittels Pappelzäunen gemacht. Diese hatten sofort angefangen auszuschlagen und sind wieder zu Bäumen geworden. Diese haben den Vulkanausbruch überlebt und wurden vor 10 Jahren gefällt, als Riesenbäume – sie waren jetzt morsch.

Dann habe ich dem Redwoodwald nochmals einen Besuch abgestattet um die Bäume bei Tageslicht zu sehen. Beeindruckend. Aber die Stege waren nicht so hoch wie gedacht. Die eine Hälfte wäre aber noch viel höher. Anschliessend blieb ich beim Thema Redwood und ging mir ansehen, was aus dem Holz gemacght wurde: Nämlich z.B. Bottiche.

Danach fuhr ich nach Westen um mir den warmen Sand anzusehen. Allerdings bin ich nicht in der richtigen Bucht gelandet, sondern in der weniger bekannten. Toll, da muss ich nicht mit 1000 Touristen zusammensitzen. Jedenfalls die Fahrt dahin war wunderschön, besonders das letzte Stück. Ach ja, unterwegs kam ich noch durch ein Gebiet mit kleinen Vulkankegeln. Hat keine Sau interessiert, jedenfalls waren keine Erklärungen und Lookouts an der Strasse. Für mich aber hochinteressant. Besonders, da einer dieser Kegel einfach durchgeschnitten wurde als man die Strasse baut. Stellt euch einfach vor, ein Vulkan startet, aber bricht nicht aus. Also liegt die ganze heisse Masse im Krater drin. Das weiche Material darum herum bröckelt dann langsam weg und übrig bleibt der harte Basaltkegel. Die Hegauvulkane sind auch so entstanden. So, Schulstunde beendet 😉

Im Dorf Te Wairoa 1986
Nach dem Vulkanausbruch war alles mit Staub und Vulkanmaterial bedeckt, Dächer brachen ein unter dem Gewicht
Bei dem Lagerhaus fand man das Dorf wieder – jemand krazte an einem Stein
So sahen die Maorihäuser aus
Auf beiden Seiten dicke Staubschichten danach
Hier stand das Gesindehaus vom Hotel
So hat der Zaun damals ausgesehen und ausgeschlagen – daneben ein Baumstumpf der Originalbäume, die auch schon wieder ausgeschlagen haben.
Der letzte Chief vom Dorf – Vorbild für den Osterhasen von gestern *smile – ich denke nicht, dass der noch reinrassig war, aber so anders als ein Europäer sieht er nicht aus. Sie hatten schöne grosse Augen und eine eher breite Nase.
Der Canopywalk im Redwoodwald
Der Redwoodwald ist angepflanzt
Bei den Secretspot Hottubs – bei einem Drink kann man die Füsse gratis baden – alles Holz, welches ihr seht, ist Redwood
Eine ganze Reihe Hotpots wartet auf Gäste
Mein Badezuber
Ein Buch, ein Getränk… und warmes Wasser… welches durch das Redwood besonders gut für die Haut ist
Der Tag heute war sehr windig. Hinter den Zubern der Wald… alles rauschte… idyllisch
Die Vulkankegel-Region
Im Querschnitt
Hier fand eine Schlacht statt, Die Weissen haben die Maoris in der Ueberzahl abgeschlachtet
Kurz vor der Bucht gab es diese schöne Aussicht
Kretenstrasse – meine Lieblinge

Bei den Maoris

Ich habe lange mit diesem Beitrag gezaudert, weil ich – ehrlich gesagt – keine Ahnung davon habe. Ich schreibe einfach mal was ich so gehört habe.

Mein Tischnachbar aus Neuseeland sagte mir, dass er in den Siebzigerjahren mit dem letzten Vollblutmaori zur Schule ging.
Der Osterhase auf den Fotos beantwortete sehr freundlich und erheitert meine Fragen: Haben die Maoris früher einen Bart gehabt? Ja, hatten sie, aber sie haben sich mit Muschelschalen rasiert – so sah man die Geischtstätowierung auch besser. Diese Tätowierung ist dem Stamm gewidmet. Man sieht dann auf den ersten Blick woher jemand kommt. Bei der Touristen-Vorführung wird die Gesichtstätowierung aufgemalt – sie würden sonst keinen Job bekommen. Ja, es gebe keine Vollblutmaoris mehr, schon lange nicht mehr. Aber jeder der einmal Maoriblut hatte, der bleibt in der grossen „Familie“. Sollte ich also einen Maori heiraten wollen, dann kein Problem… ich hätte Maorikinder *smile

Ich hatte eine Maoritour gebucht. Extravorführung in einem extra gebauten Touristendorf. Wir wurden in der Stadt eingestimmt und uns wurden einige Worte gelehrt. Die Sprache war lange verboten, aber man hat sie wiederbelebt. Dann wurde ein Chief gewählt und der hat unseren Bus – ähm unseren Stamm, dann vertreten. Seine Frau, die Miss Chief wurde auch geehrt 😉

Danach gab es ein Hangi-Essen, also aus dem Erdofen, den ich schon bei den Fiji kennengelernt hatte. Das Essen war dann allerdings 100% neuseeländisch, aber lecker. Es gab natürlich Tanzvorführungen und Vorführungen im Dorf.

Waimangu Volcanic Valley

Gestern hatte ich volles Programm, dafür sitze ich heute in einem richtigen alten Internetcafé und in der Laundry nebenan dreht sich meine Wäsche. Vor mir steht eine uralte Windows Visata Kiste, aber Wifi haben sie nicht mehr. Dafür einen guten Porridge und einen starken Kaffee.

Also… nach dem touristenfreundlichen Geysir ging es in das Valley. Auch hier wieder ein zweistündiger Spaziergang bis zum See. Dort hatte ich das Bootchen gebucht und danach ging es mit dem Shuttlebus wieder zum Eingang.
Auf dem See gab es als Leckerbissen einen wirklichen Gerysir, der hat genau dann gespuckt, als wir vorbeigekommen sind! Danke!