Archiv für den Autor: admin

Rund um den Napf

Eigentlich… ja, eigentlich wollten wir unsere Rosinante schon einmotten für den Winter. Dann aber sahen wir, dass wir eine Reihe von wunderbaren Herbsttagen haben sollten. Also los und ins Entlebuch, Napfregion und Emmental. Erstaunlich nah alles! In einer guten halben Stunde waren wir schon an der kleinen Emme.
Als erstes besichtigten wir das Tropenhaus bei Wolhausen. Durchaus sehenswert und der Besuch im Restaurant dort, mit Früchten aus den eigenen Bäumen, war ein Erlebnis.
Leider liegt es etwas abgelegen, aber wir wollten sowieso noch wandern. Ich würde einfach nicht bei Regen dort hingehen. Uns erwartete eine Ueberraschung in Form einer Geburt eines Kälbchens auf der Wiese, gleich neben der Zufahrtsstrasse.

Uebernachtet haben wir in Bramboden. Am Morgen früh, kaum war die Sonne aufgegangen, wanderten wir in der noch jungen Herbstsonne über die Kreten!

Dann gings weiter nach Sörenberg und dort auf den Moorlehrpfad. Angelegt als Park für Familien, aber auch durchaus sehenswert für Einzelwanderer. Am Horizont sahen wir die Schrattenfluh. Dort müssen wir beim nächsten Besuch unbedingt hin, aber das wollen wir lieber besser vorplanen. Jedenfalls ist dieser Berg wirklich eindrücklich. Oh, ich ergehe mich in Superlativen. Nun, deren gab es mehr. Jeder, aber wirklich jeder wollte am Glaubenbielen vorbei (ist dort wirklich kein Pass?) nach Unterwalden (oder Gegenrichtung) und die Strasse war äusserst schmal. Dafür war die Aussicht fantastisch und die Alp Glaubenbielen, inkl. Meringues mit Nidle, im Herbstlicht einfach nur schön.

Anschliessend gings Richtung Emmental. Also Escholzmatt, wo wir in der Nähe der Lourdesgrotte wieder übernachteten. Dann nach Marbach und Eggiwil. Dort wollten wir eine Sägerei besichtigen und etwas Holz kaufen. Wir bekamen noch die Adresse eines Drechslers und den fanden wir in der Alphornmacherei. Sehr interessant! Falls ihr einen grossen alten Baum vor eurer Haustür habt und der mal weg muss: Daraus macht der Drechsler noch einen Stuhl, oder eine dekorative Holzkugel.

Wir wollten noch bis Lützelflüh fahren und dann wieder ins Entlebuch, nach Willisau. Eine kleine Wanderung am Mühlenbach entlang lohnt sich, aber dem Gotthelf sind wir nicht begegnet. Später dann in Willisau war gerade Markt und kein Durchkommen in das wirklich sehenswerte Städtchen. Deshalb habe ich ein Foto von letzter Woche eingefügt.
Danach gings noch hoch zur Pilgerkirche von Werthenstein. Wer pilgern mag, der findet viel Arbeit im Entlebuch!
Wir werden wieder in diese Region gehen… und wer an diesen schönen Herbsttagen im Bett liegt, der macht was falsch. Im November ist grosser Kunsthandwerksmarkt in Signau. Wir gehen hin.

Herbststimmung am Bodensee

Meine „Eisfahrt“, also die letzte dieses Jahres war zwar noch nicht eisig, aber doch mit markanter Herbststimmung. Ueberall am Strassenrand sah man Kürbisse (leider nicht fotografiert) und Obststände. Es scheint, dass in diesem Jahr in Deutschland mehr Aepfel gereift sind als in der Schweiz.

Den Anfang machte ich in Konstanz. Dort hatte ich einen Coiffeurtermin abgemacht, ist halt schon markant billiger als in der Schweiz. Und dabei habe ich Konstanz als wunderschönes Städtchen kennengelernt, welches mehr zu bieten hatte als nur billige Grossmärkte.

Mit der Fähre gings dann über den See und nach Ravensburg. Am Himmel fuhren Zeppeline und auf der Strasse war wie schon oft Stau. Zum Schlafen gings Richtung Kabelhängebrücke über die Argen. Am nächsten Tag dann Frühstück in friedlicher Stimmung am See und weiter nach Lindau, wo ich mich mit den Touristen ins Gewühle stürzte. Sehr nettes Städchen, wie überhaupt fast alle Städtchen am Bodensee und in Süddeutschland. Als Tourist ist man hier immer sehr gut aufgehoben. Wer grosse Womos fährt findet jeweils Uebernachtungsplätze, wer nur eine kleine Rosinante fährt wie ich, darf auf jeden Parkplatz.

Dann war ich schon gespannt auf die Kulissen der Bregenzer Festspiele. Wirklich imponierend! Das Abendessen habe ich dann im Hundertwasserhaus eingenommen und kann die Wirtschaft dort sehr empfehlen. Freundliche Bedienung und gutes Essen. Zum Schlafen gings auf den Berg. Zum Fünfländereck. Schweiz, Vorarlberg, Bayern, Baden und Württemberg. Am nächsten Morgen Regen und so bleibt die Südküste des Bodensees wohl für das nächste Jahr erhalten und ich fuhr wieder heim…

Umleitungen und Industrialisierung

Wir fuhren Ende August 2017 wieder für einige Tage nach Deutschland. Dank endlosen Strassensperren und Umleitungen kamen wir nie pünktlich irgendwo an und fanden oft unsere Ziele nicht. Da wir diese Ferien im Lichte der Industrialisierung durchführten, haben wir somit gleich die Nachteile der modernen Industrialisierung am eigenen Leib erfahren können. Wir fuhren vorbei am Weg, den Madame Benz damals mit dem ersten Auto der Welt gefahren ist und waren wohl auch nicht schneller *seufz

Zuerst gings nach Lorsch. Hier beim alten Kloster wurde die Industrie der Karolinger, also des tiefen Mittelalters in einem Freilichtlabor nachgestellt. Hochinteressant!

Dann gings wieder einmal in die Grube Messel. Dort wurden/werden viele Skelette von Tieren aus dem Eozaen gefunden. Die Grube diente dem Abbau von Oelschiefer. Der Ytongstein wurde zuerst aus der Schlacke des Schiefers gemacht und war damals noch braun. Die Ytonghalden am Rande der Grube aus Abfallsteinen dienten jedoch der Befestigung der Halde. Heute hätte man das Material gerne wieder zurück, denn man kann es jetzt recyceln, aber nix ist, das bleibt und hält die Wand stabil und bietet viel Platz für moderne Tiere. Eine wahre Schlangengrube.
Wir haben die kleine Führung gemacht (12:30), ich empfehle Ihnen jedoch die grosse Führung um 15 Uhr.
Leseempfehlung: Das Oelschieferskelett

Weiter gings zu Schloss Dyck wo wir mit Freunden die „Parknächte“ fotografieren wollten. Der Vollmond ist echt, der Rest ist gemacht. Wir hatten unsere Freude an der Veranstaltung.

Danach fuhren wir ins Industrie-Freilichtmuseum in Hagen. Das besteht aus über 50 Gebäuden, wo, besonders am Wochenende, viele alte Handwerke vorgeführt werden. Das lohnt sich auf alle Fälle, wir haben kaum alles in einem Tag sehen können. Eigentlich hätten wir noch die Schwebebahn in Wuppertal und eine Gesenkschmiede sehen wollen, werden wir aber in einem anderen Jahr nachholen.

Am nächsten Tag fuhren wir schon wieder nach Süden an den Panarbora. Ein Aussichtsturm (Vorsicht, der Parkplatz ist südlich vom Turm) und ein Pfad hoch über den Baumwipfeln. Etwas schräg die Idee, aber uns hats gefallen.

Die Strassenbauer waren wieder sehr aktiv, aber trotzdem fanden wir noch den Weg nach Schladern an den Siegwasserfall. Hier hat man kurzerhand eine Flussschleife geopfert, bzw. die Sieg begradigt und das entstandene Gefälle für die örtliche Industrie genutzt. Es entstand dabei ein Wasserfall.

Wir wollten noch etwas in die Eifel und fuhren am „blaue Stein“ vorbei und bei den Basaltwänden von Ettringen. Die Vulkanausstellungen hatte ich ja schon letztes Jahr besucht.

Trotzdem wollten wir noch um den Laarer See wandern. Was wir totz drohendem Regen taten. Allerdings rentiert sich das nicht, man sieht den See kaum.

Dann suchten wir den Martberg. Schaut euch das schöne Foto an und geht da nicht hoch! 1. ist der Weg hässlich, 2. der Parkplatz unlogisch weit entfernt, 3. ist der Tempel wohl nur am WE offen und 4.  wo ist das Café???

Interessanter war es schon im Intarsienmuseum, wo wir leider keine Fotos machen konnten.

Wie war denn die Zeit, wo man noch keine Schuhe trug? Oder sich leisten konnte? Das testeten wir auf dem Barfusspfad. In Bad Bellingen muss man zwar sogar noch bezahlen fürs barfuss laufen, aber dafür ist der Pfad auch sehr vergnüglich angelegt. Wir hatten Spass daran.

Die „Blitzröhren“ bei Battenberg waren dann wieder schnell besichtigt, und schön fotogen.

Nun wollten wir noch an den Rhein fahren und etwas in einem Baggersee schwimmen, aber leider hat mir die moderne Industrie ein Ei gelegt. Wie gross ist der Unterschied eines Dieseltankschlauches zum Benzinschlauch.. je nach Tankstelle nicht sehr gross. Und diesmal zu klein für mich. So verbrachten wir die Nacht vor einer KFZ-Reparaturwerkstätte und liessen Rosinanten den Bauch auspumpen. Sie hätte sich am Benzin prompt verschluckt und uns das sehr übel genommen.

Aber am nächsten Tag gabs dann doch noch einen kleinen Schwumm im Baggersee zwischen Ludwigshafen und Speyer. Erstaunlich, dass die Industrie noch Platz liess für kleine Paradiese.

Regenwetter und drechseln

In den Sommerferien wollten wir zuhause bleiben und dem allgemeinen Rummel und der Hitze entgehen. Nun ist aber Regenwetter und wir stehen in der Werkstatt und drechseln.
Bitte: Hat jemand hübsches Holz für uns, wir nehmens gerne.

Unsere Reise mit den Augen (Kamera) von Ueli gesehen

Ueli mag keine langen und weiten Reisen. Aber mir zuliebe hat er sich überwunden. Klar ist er gerne unterwegs und wir haben sehr ähnliche Interessen. So wurde diese Reise doch zu einem vollen Erfolg. Ueli trägt eine Nikon-Kamera am Hals herum, ein richtiges Rüsseltier. Ich habe nur eine kleine Kamera, welche in die Hosentasche passt. Somit zeige ich euch hier noch wie so eine Reise mit Uelis Augen und mit seiner Kamera ausschaut.

Zusammenfassung und Info zu Reisen im Balkan – Sommer 2017

Hier beschreibe ich was wir erlebt haben und erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern erlaube mir auch einmal (politisch) unkorrekt zu sein.

Dokumente:
Alle Länder als Schweizer: Identitätskarte
Serbien, Bosnien, Albanien, Montenegro und Mazedonien: Grüne Versicherungskarte und Autopapiere zusätzlich.

Geld:
Slovenien ist in der EU und hat Euro und ist etwa gleich teuer wie Deutschland.
Kroatien ist in der EU und hat Kuna (anscheinend soll man erst an der Grenze wechseln und keine Kuna aus dem Land nehmen). Es ist vermutlich alles leicht billiger als in Deutschland.
Montenegro ist nicht in der EU, hat aber trotzdem Euros.
Albanien ist nicht in der EU, hat eigenes Geld, allerdings kann man in Euros bezahlen, besonders in Touristenorten wie Museen und dazu gehörigen Restaurants (kleine Noten und Münzen dabeihaben, es gibt selten Wechselgeld). Das Land ist recht klein und so ist es unnötig Geld zu wechseln. Wir haben nirgends Bankomaten oder Wechselstuben gesehen. Alles dünkte uns recht billig.
Serbien hat eigenes Geld, 100 Euros waren viel zu viel Geld – alles ist recht günstig und wir hatten Mühe soviel Geld auszugeben, besonders, da man im Land wenige Campingplätze findet und überall „problemlos“ sein Womo hinstellen kann. Ein Mittagessen kostet ca. 3 Euros.
Bosnien: genau das Gleiche.

Parken und freies Uebernachten:
Ab ca. 15.6. beginnt jeweils die Touristensaison. Vorher kann man fast überall gratis parken, danach wird es entweder verboten oder kostet Geld. Freies Uebernachten geht recht gut, wir hatten keine Probleme. Wenn es keine Campingplätze gibt, ist es auch bei Bauern kein Problem einen Nachtplatz zu bekommen. Wir haben nur einen VW-Bus und so ist es in der Nacht oft sehr heiss im Auto.
Entweder auf einer Bergkuppe oder nahe am Meer schlafen, da geht immer ein Wind. Kurz vor dem Einschlafen noch mit aufgedrehter Klimaanlage fahren, bis das Auto kühl ist, und dann gleich nach hinten verschwinden und Türen schliessen. Wir haben aber öfters mit offenen Türen geschlafen. Wer Angst hat, der lasse die hintere rechte Tür auf, dann kann man bei einem VW-Bus nämlich die restlichen Türen abschliessen.

Tiere:
Wir haben keine wirklich wilden Tiere gesehen. In Albanien gibt es wilde Hunde, die anscheinend nerven können. Einige Hasen sagen wir am frühen Morgen.
Schildkröten sollte man über die Strasse helfen.
Bitte keine streunenden Tiere heim nehmen, wer unbedingt eine junge Katze braucht, der frage den örtlichen Tierarzt. Spenden zum Kastrieren werden gerne entgegengenommen. Wilde Tiere können Krankheiten in die Schweiz mitbringen, die man nicht wirklich brauchen kann.
Mücken: Ja, in Wassernähe.

Essen:
Die Speisekarte ist recht einfach, quer durch alle Länder – Abgesehen von Seafood: Fastfood, Pizza und besonders Schniposaco! Schnitzel, Pommes, Salat und Cola  – fertig!  Wer lokales Essen mag, der kriegt Cevabcici oder Fleischeintopf. Als Nachspeise gibts Palatschinken (Pfannkuchen mit Eis oder Saucen) – fertig!
Wers schafft Reis zu bestellen, der bekommt sehr leckeres Reis, meist angereichert mit Gemüse. Dass das Land einmal (teilweise) zu Italien, bzw. Venedig, gehört hat, merkt man daran, dass es manchmal auch Nudeln auf die Speisekarte schaffen.
Ich muss zu den Pommes sagen, dass sie allesamt übel schmeckten, ausser an einem Ort, da waren sie Weltklasse.
Speiseeis ist oft offen zu kaufen, im italienischen Stil. Meist sehr lecker und ideal bei heissem Wetter.

Kaffee:
Man bestelle einen grossen Cappuccino, das lässt sich gut aussprechen und ist mehr oder weniger trinkbar, meist doch etwas bitter. Ich liebe türkischen Kaffee, mehr in ländlichen Gegenden zu erhalten (bitte vorgängig sagen ob mit Zucker).

Getränke:
Es gibt Wasser in Flaschen, manchmal auch in Trinkwasserqualität im Glas. Wir bekamen hie und wieder ein Cola zero. Das für uns ideale Getränk war: Limunada (frischgepresster Zitronensaft) mit etwas Wasser. Dazu ein Mineral mit Gas und etwas Süssstoff.

Sprache:
Ausser in Albanien werden slavische Dialekte gesprochen, die sich von Land zu Land nur insofern unterscheiden wie bei uns die Dialekte. Ich empfehle auf jeden Fall als Minimum die Höflichkeitsformen und Zahlen zu lernen, und die Grundnahrungsmittel. Ob Dobry, Dober dan, Dober dag (guten Tag) ist nämlich egal, man versteht euch.
Vorteil: Polen, Tschechien, Slovakei und ev. noch weitere Länder sprechen ähnliche Dialekte. (Bitte haut mich nicht, ich bin kein Sprachexperte).

Verständigung:
In Kroatien sprechen jüngere Leute ausgezeichnetes Englisch, ältere oft eher Deutsch. In Slovenien spricht man eher Englisch. In den anderen Ländern wird es schwieriger, manchmal sprechen die Leute auch noch Italienisch. An Touristenpunkten kann immer jemand Englisch oder Deutsch.

Strassen:
In Slovenien verkaufen sie eine Autobahnvignette, die man als Tourist nicht wirklich braucht, das Land ist klein. In Kroatien gilt Maut auf der Autobahn.
Die Strassen führen im Balkan ganz klar durch Täler und Schluchten, entsprechend kurvig und holprig sind sie. Grössere Womos sollen lieber die grossen Ueberlandstrecken benutzen, so welche existieren. In Serbien und Bosnien sind 50 km meist in 1 Stunde zu fahren.
Entlang der Adria gibt es die Magistrale, eine schöne Aussichtsstrecke entlang der Adria, gerne gefahren von Motorädern.

Reiseliteratur/Reiseführer:
Für Womo-Fahrer gibt es ein Buch über Slovenien (sehr gut und viele schöne Strecken), ein Buch über Kroatien und Montenegro (nur der Küste entlang) und eins über Albanien (von einem Liebhaber geschrieben). Aber über Bosnien und Serbien gab es keine Womo-Führer von diesem Verlag. Ich habe leider im Vorab die Uebersicht verloren und versäumt für Bosnien und Serbien Reiseführer zu kaufen. Im Land selber oder unterwegs habe ich kaum Brauchbares gefunden. Deshalb sind mir auch einige Nettikeiten, wie z.B. die Uvac-Schlucht in Serbien entgangen.

Reisen:
Slovenien ist recht interessant, es gibt Hunderte von Höhlen. Die Häuser sind oft sehr hübsch, besonders die Stadel.
Kroatien existiert (für Touristen) eigentlich nur an der Küste. Die Häuser sind einfach und meist neu. Man sieht viele angefangene Neubauten. Die Küste ist steinig, felsig. Jedoch werde neu überall Kiesstrände künstlich angelegt, was das Baden sehr angenehm macht. Wunderhübsch sind die Städtchen auf den Landzungen/Inseln.
Montenegro: Endlich Sandstrand!! Die Häuser sind modern, gross, langweilig. Das Hinterland ist waldig, mit schönen Schluchten.
Albanien: Wunderbare Gastfreundschaft erlebt. Die Häuser sind oft recht modern, wir meinen, wir fahren durch die Schweiz. Klar gibt es immer noch Eselskarren und ausgesprochen üble Strassen, aber die Landschaft ist von der unsrigen nicht wirklich zu unterscheiden, besonders in den Bergregionen.
Serbien: Das Gleiche. Wir erkennen keinen Unterschied zur Schweiz, der es sinnvoll machen würde hierher zu reisen (wobei wir allerdings nur den Westen gesehen haben).
Bosnien: Das Gleiche. Hier haben wir kaum Sehenswürdigkeiten gesehen. Sorry. Allerdings gibt es viele Klöster und Kirchen.
Mazedonien: Hier waren wir von einigen Jahren von Griechenland aus. Einige nette Wasserfälle, ursprüngliches Land (überall Pferdewagen und wilde Deponien), schöne römische Ausgrabungen, interessanter Berg Kokino.

Fazit: Bez. Landschaft ist nur Kroatien mit dem Meer anders als die Schweiz. Der Rest des Balkans, den wir gesehen haben, war ähnlich wie eine ländliche Region in der Schweiz.

Klar – schöne Schluchten, Höhlen, Burgen, Schlösser und Kirchen sind immer sehenswert, aber fahre ich dafür über 1000 km?

Wasser:
Trinkwasser ist fast überall, wo es Hügel gibt, ausgezeichnet. Flüster: Am Wasserhahn des Friedhofs ausserhalb der Dörfer kann man seine Wasserflasche bequem auffüllen.
Badewasser: In Serbien und Bosnien lieber nicht in Seen baden, auch lieber nicht in Flüssen. Wir haben immer wieder wilde brennende Deponien gesehen, die da rein münden.
Das Meer ist sehr durchsichtig, ausser im Norden von Albanien (hier münden die dreckigen Flüsse) extrem sauber. Allerdings Badelatschen kaufen, das Meer ist sehr belebt. Seeigel und sowas wie Seegurken und aller Arten Schnecken gibts ausserhalb der belebtesten Badestrände sofort.
In Montenegro geht es im Hinterland steil bergauf. Deshalb findet man immer wieder Wasserhähne am Strassenrand. Aber oft nicht in Trinkwasserqualität.

Souvenirs:
Meiner Meinung nach ist alles vom Touristenstand = übel.
Empfehlen kann ich Honig, Olivenöl und Weine am Strassenrand, Geklöppeltes in Slovenien. Falls ihr etwas seht, was jemand anderes 2 m weiter auch anbietet, dann lasst die Finger davon. Obst ist vom Grossmarkt und selten vom eigenen Baum (das nur, wenn dieser Bauer wirklich nur Kirschen verkauft und nicht noch 10 andere Sachen).
Oma macht keine Souvenirs im tausendstelligen Bereich.

Sauberkeit:
Man bemüht sich. Ausser den wilden Deponien in Albanien, Mazedonien, Bosnien und Serbien fanden wir die Länder recht sauber. Wenn wir in stille Orte zum Uebernachten fuhren, dann fanden wir überall jedoch entsorgte Sofas und Geräte.
Wir haben immer eine Abfallzange dabei und säubern zum Dank von Gratis-Uebernachtungen immer nach Möglichkeit den Ort.

Sicherheit:
Man hat uns gesagt, der Balkan wäre sehr sicher, ausser dass noch Minen verstreut wären.
Wir haben keine Probleme mit Dieben oder Bettlern gehabt, ausser ganz am Schluss auf einer Autobahnraststätte der Autoput, da wurden wir angebettelt.
Minenwarnungen haben wir in Bosnien gesehen, als wir etwas abseits schlafen wollten. Unsere Devise war: Wo in den letzten 10 Jahren mal jemand gegangen ist, da gehen auch wir, wo nicht, da treten wir nicht hin.

Internet:
Ich habe eine Sim-Karte von Italien, Frankreich, Deutschland und nun auch noch von Kroatien (Bei der Post, die Telekom). So konnte ich meistens ins Internet. Diese Karte kann man in ein Handy stecken und das als Wlan für den Laptop nutzen. Wer das nicht möchte, der kann sich ein Pocketgerät kaufen, das sendet, aber man kann nicht damit telefonieren. Z.B. wenn man nur eine Sim-Karte in das Handy einstecken kann.
In Campingplätzen fragt man am besten, wo der ideale Standort für Internet ist (und ob sie überhaupt welches haben).
Viele Cafés und Restaurants haben Internet (WiFi), auch wenn sie es nicht draussen angeschrieben haben. Dort kann man auch mal eine Kamerabatterie oder sonstwas mit einem Stecker aufladen. Ansonsten lieber Geräte kaufen, die man mit einer Power-Bank aufladen kann oder im Auto am Zigarettenanzünder.
Allerdings ist Wlan mit UPC-Handy und auch anderen Betreibern bald europaweit kein Problem mehr.. das ändert sich jetzt von Woche zu Woche.

Heimreise

Die letzten 2 Tage verbrachten wir auf einem Campingplatz bei Savudrija. Eigentlich keine besondere Freude, aber wir wollten mal wieder herzhaft duschen und sonst alle paar Stunden ins Wasser hüpfen. Das war allerdings nicht möglich, denn die Felsplatten am Strand waren sehr seicht und es brauchte viel Kraft um über all die Felsen zu steigen, während die Wellen anbrandeten.
Dafür konnten wir mit viel Spass eine Vogelfamilie beobachten. Ich denke, es lohnt sich Haferflocken auf eine solche Reise mitzunehmen. Wenn wir uns nicht ein einfaches Frühstück damit machen können, dann erfreuen wir wenigstens die anwesende Fauna.
Weiter gings dann nach Triest und auf der Autobahn bis Verona. Kurz vor Verona bogen wir nach Norden ab nach Bolca. Bolca ist das Mekka der Paläontologen. Hier können sie einfach eine Schieferplatte anstechen und drinnen sitzen Fische und Pflanzen, perfekt konserviert… oder so ähnlich.
Zum Schlafen fuhren wir wieder über „erhebende“ Hügel zurück auf den Dorfplatz von Sprea und genossen die Bänke und Tische mit wunderbarer Aussicht. Gleich rechts von der Kirche gehts hoch zum Kräutergarten vom Don Luigi Zocca. Schade, dass kein Nachfolger gefunden wurde, der genau so die Flora in seine Gebete miteinbezog. Aber der Garten ist immer noch sehenswert. Am nächsten Tag dann den Rest der Heimfahrt wieder auf der Autobahn.

Und weiter in Slovenien – Partisanen und Quecksilber

Was fehlt uns noch zu unserem Glück? Etwas über die Partisanen zu erfahren und eine Mine.
Das Partisanenspital liegt weit hinten im tiefsten Bergwald und wurde nur ca. 1 gutes Jahr gebraucht. Es liegt über einer Schlucht mit Wasserfall. Genau das hat es gerettet und dann im 2007 zerstört. Diesmal nicht von Deutschen, sondern von Naturgewalten. Ein Bergsturz hat, bis auf eine Hütte, alles zerstört. Da ich denke, dass die Hütten damals doch schon in recht modrigem Zustand waren, hat es nicht geschadet, alles wieder wie ehemals neu aufzubauen. Eindrücklich genug bleibt es ja. Es waren damals ca. 13 Hütten und es wurden Hunderte von Patienten hier hochgeschleppt, über den Wasserfall und bis auf wenige, gesund gepflegt.

Auch ein trübes Kapitel sind Minen. Wir besuchen eine ehemalige Quecksilbermine, der Antoniusstollen in Idrija. Quecksilber ist ja sehr ungesund, und so war der ganze Abbau eine Riesensauerei und die Minenarbeiter starben nach jeweils wenigen Jahren Arbeit. Die Frauen im Städtchen haben meist 2-3x heiraten müssen und was sie an kräftigen Männern bekamen, waren nach kurzer Zeit kranke, krebsverseuchte oder lungenkranke Wracks. Auch die Stadt leidet heute noch darunter, denn sie sinkt von früher pro Jahr ca. 10 cm, jetzt immer noch mind. 1cm tiefer. Seit die Asienkriege vorbei sind und Gold etwas sauberer abgebaut wird, lohnt sich der Abbau in Slovenien nicht mehr, und die Leute dort hoffen, dass das Bergwerk geschlossen bleibt. Müsste es wieder eröffnet werden, dann im Tagebau und unter besseren Bedingungen, was immer noch eine Riesenbelastung für das Umland bedeuten würde.

Am nächsten Tag, also heute, fahren wir nochmals nach Kroatien um unsere letzten Kunas auf den Kopf zu hauen, und noch etwas das Meer zu geniessen. Da die nördliche Küste Ende Juni ganz im Zeichen des Tourismus steht, sind alle Badebuchten nun nicht mehr gratis zugänglich und wir suchen uns einen netten Campingplatz unter Pinien aus. Zwischen Riesenmowos parken wir unsere brave kleine Rosinante und lassen sie etwas zur Ruhe kommen.

Die obligaten Blümchen

Dank Besuch, und gratis offenes Wi-fi im Arboretum, erlaube ich mir euch noch einige Blümchen und so zu präsentieren.

Slovenien – fast abseits seiner Höhlen

Am Morgen fahren wir wieder über de Grenze nach Slovenien. Wir haben noch fast 2 Wochen Zeit. Als erstes brauchen wir mal wieder ein Bad. So baden wir an diesem idyllischen Fluss, der Krka, die nur gleich heisst, wie die in Kroatien, aber noch hier in Slovenien in einen anderen Fluss mündet.
Dann besichtigen wir das gepflegte Kostanjevica, ein Künstlerdorf. Das Dorf ist ganz vom Fluss umgeben. Nicht weit davon, in einem alten Kloster, gibt es bedeutende Kunstausstellungen und eine spezielle Ausstellung, wo jedes Jahr 3 Kunstwerke aus (örtlichem) Holz gebaut werden. Wir wurden von der Dame in der Galerie ausführlich informiert, überhaupt sind die Leute in Slovenien sehr nett und sprechen ausgezeichnet Englisch.
Am Abend gehts zur Quelle der Krka. Das Land ist von Hunderten, ja Tausenden von Höhlen durchlöchert und viele Flüsse entspringen direkt einer Höhle.
Heute morgen dann Weiterfahrt zur hochinteressanten und schönen Burg Bogensperk, wo 20 Jahre lang Johann Weichhard Valvasor, ein bekannter Gelehrter, arbeitete.
Ein weiteres Bad in einem See haben wir uns nicht gegönnt. Denn erstes wurde das Wetter wieder schwül und gewittrig und zweitens war der See und seine Annehmlichkeiten aktuell nicht in touristengenehmem Zustand. So gings in den Mc Donalds um mal wieder Internet zu haben und euch diesen Bericht abzuschicken.